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China lockert Yttrium-Exportkontrollen für US-Luft- und Raumfahrt

Eine 60-Tonnen-Lieferung Yttriumoxid signalisiert mögliche Entspannung nach monatelangen Engpässen und Rekordpreisen.

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China lockert Yttrium-Exportkontrollen für US-Luft- und Raumfahrt

China hat im März eine große Menge Yttriumoxid in die USA exportiert – ein seltenes Erdelement, das in der Luft- und Raumfahrt sowie der Chipherstellung unverzichtbar ist. Dies geht aus aktuellen Zolldaten hervor. Die Lieferung könnte ein Zeichen dafür sein, dass sich die strengen Exportkontrollen, die seit rund einem Jahr zu erheblichen Engpässen geführt hatten, nun lockern.

Die exportierte Menge beläuft sich auf 60 Tonnen Yttriumoxid. Das ist bemerkenswert: Diese Lieferung ist um 50 Prozent größer als die gesamte Menge an Yttrium, die seit der Einführung der chinesischen Exportkontrollen im April des Vorjahres – auf dem Höhepunkt des Handelskriegs mit Washington – in die USA verschifft wurde. China hatte damals Exportbeschränkungen für mehrere Seltene Erden verhängt, was die globalen Lieferketten empfindlich traf.

Preisexplosion und Produktionsausfälle

Während die meisten Exporte Seltener Erden nach einem Waffenstillstand im Handelsstreit Ende des vergangenen Jahres wieder aufgenommen wurden, stockten die Yttrium-Lieferungen in die USA weitgehend. Die Folgen waren gravierend: Luft- und Raumfahrtunternehmen sowie Halbleiterhersteller meldeten Engpässe und Produktionsausfälle. Die Preise für Yttriumoxid stiegen in den zwölf Monaten bis Februar um dramatische 6.900 Prozent – ein historisch einmaliger Anstieg, der die betroffenen Industrien unter enormen Druck setzte.

Mehrere betroffene Unternehmen lobbyierten daraufhin in Washington für eine diplomatische Lösung des Problems. Yttriumoxid spielt eine zentrale Rolle bei der Herstellung von Hochtemperaturbeschichtungen, die Strahltriebwerke und Kraftwerksturbinen vor extremer Hitze schützen. Flugzeuge sind auf solche Beschichtungen für den sicheren Flugbetrieb angewiesen.

Enge Verbindung zur Verteidigungsindustrie als Hemmnis

Analysten zufolge könnten die engen Verbindungen zwischen der Luft- und Raumfahrtbranche sowie der Verteidigungsindustrie dazu beigetragen haben, dass Peking bei der Genehmigung von Yttrium-Exporten besonders zögerlich war. Seltene Erden gelten als strategische Rohstoffe, und ihre Verwendung in militärisch relevanten Technologien macht sie zu einem sensiblen Thema in geopolitischen Auseinandersetzungen.

Trotz der Märzlieferung bleibt die Gesamtlage angespannt. In den vergangenen zwölf Monaten liegen die Exporte von Yttriumoxid in die USA noch immer um 75 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Zudem wurden im März keine Lieferungen anderer Yttriumverbindungen oder Yttriummetalle verzeichnet – die Entspannung ist also bislang selektiv und begrenzt.

Für deutsche und europäische Investoren sowie Industrieunternehmen ist die Entwicklung von großer Bedeutung. Seltene Erden sind auch für europäische Luft- und Raumfahrtkonzerne sowie die Halbleiterindustrie ein kritischer Inputfaktor. Die Abhängigkeit vom chinesischen Markt bleibt trotz aller Diversifizierungsbemühungen hoch – und die jüngsten Ereignisse zeigen einmal mehr, wie schnell geopolitische Spannungen globale Lieferketten destabilisieren können.

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