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CCS-Start in den Niederlanden: Europas erster CO₂-Transport über Ländergrenzen

In den Niederlanden startete das erste grenzüberschreitende CCS-Projekt Europas, bei dem Yara jährlich 800.000 Tonnen CO₂ abscheidet und in Norwegen einlagert. Die Technologie bleibt jedoch teuer, subventionsabhängig und deckt nur einen kleinen Teil der E

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CCS-Start in den Niederlanden: Europas erster CO₂-Transport über Ländergrenzen

Die Europäische Union forciert den Ausbau von CCS-Technologien (Carbon Capture and Storage), um die Schwerindustrie klimafreundlicher zu gestalten. In den Niederlanden nahm in dieser Woche das erste länderübergreifende CCS-Vorhaben Europas seinen Betrieb auf. Allerdings steht die Methode vor gewaltigen Hürden: Sie verursacht hohe Kosten, ist auf Subventionen angewiesen und kann die industriellen Emissionsprobleme bislang nur eingeschränkt lösen.

Der Düngemittelhersteller Yara hat an seinem Standort Sluiskil in der Provinz Zeeland eine Anlage in Betrieb genommen, die jährlich 800.000 Tonnen Kohlendioxid aus der Ammoniakproduktion abtrennt. Das abgeschiedene CO₂ wird per Schiff nach Norwegen verbracht und dort unter dem Meeresgrund eingelagert. Zum Auftakt am Montag wurde eine Drohnenshow veranstaltet, bei der ein mit Kameras bestückter Roboter die Anlagen und die Transportschiffe überwachte.

Laut Yara entspricht die eingelagerte Menge 0,5 Prozent der gesamten niederländischen Emissionen. Der niederländische Premierminister Rob Jetten zeigte sich zuversichtlich: Das Land verfüge über "Potenzial mit seinen leeren Gasfeldern in der Nordsee", um deutlich größere Mengen Kohlenstoff zu speichern. Die EU strebt an, bis 2030 eine Injektionskapazität von 50 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zu erreichen.

Wo die CCS-Technologie an ihre Grenzen stößt

Der vielversprechende Start darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Projekt die enormen Schwierigkeiten der CCS-Technologie offenbart. Die 800.000 Tonnen pro Jahr sind nur ein minimaler Anteil an Yaras Gesamtausstoß. Das Unternehmen emittierte 2025 insgesamt 15,3 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalent – die gespeicherte Menge deckt lediglich rund fünf Prozent.

Hinzu kommt eine starke Abhängigkeit von öffentlichen Fördermitteln. Der norwegische Premierminister Jonas Gahr Støre gestand ein: "Dieses Northern-Lights-Projekt hätte ohne massive staatliche Unterstützung zunächst gar nicht stattfinden können." Da der Kohlenstoff außerhalb der EU gespeichert wird, fließt das Vorhaben zudem nicht direkt in das EU-weite CCS-Ziel ein. EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra bezeichnete die Zielsetzung als "offensichtlich ambitioniert", hob aber die Bedeutung solcher richtungsweisenden Projekte hervor.

Wasserstoff verliert an Dynamik

Klimaaktivisten werfen der CCS-Technologie seit Langem vor, sie lenke von nachhaltigeren Ansätzen wie der Elektrifizierung oder grünem Wasserstoff ab. Allerdings hat die Wasserstoff-Euphorie zuletzt spürbar nachgelassen – die Kosten sind schlicht zu hoch.

Yara-CEO Svein Tore Holsether erläuterte: "Grüner Wasserstoff erfordert eine massive Menge an erneuerbarer Energie, und das ist einfach nicht zu attraktiven Preisen verfügbar." Damit bleibt CCS vorerst eine der wenigen praktikablen Optionen für Industriezweige, die sich nicht ohne Weiteres elektrifizieren lassen.

EU gerät mit Apple unter Druck: App-Entwickler erheben Vorwürfe

Parallel zu den Klimaentwicklungen sorgt ein weiterer Konflikt in Brüssel für Unruhe. Ein breites Bündnis von App-Entwicklern wirft der Europäischen Kommission mangelnde Transparenz im Umgang mit Apples neuen App-Store-Regeln vor. Hintergrund: Brüssel hatte Apple im vergangenen Jahr mit 500 Millionen Euro belegt und eine Überprüfung der App-Store-Richtlinien angeordnet.

Apple reagierte darauf im August mit mehreren Anpassungen für seinen App Store in Europa. Der iPhone-Hersteller ersetzte seine umstrittene Technologiestrukturabgabe durch eine fünfprozentige Provision auf digitale Transaktionen in Apps, die außerhalb des App Stores vertrieben werden. Die Kommission begrüßte die Änderungen zunächst und kündigte an, die Umsetzung zu überwachen – ohne die Untersuchung jedoch formell abzuschließen.

In einem Schreiben an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, Tech-Chefin Henna Virkkunen und Wettbewerbskommissarin Teresa Ribera üben die App-Entwickler nun deutliche Kritik. Sie werfen den Regulierungsbehörden vor, "de facto die wegweisenden digitalen Wettbewerbsregeln der EU durch die stillschweigende Akzeptanz der Bedingungen ohne formelles Verfahren neu zu schreiben". Die Entwickler äußerten ihre "tiefe Enttäuschung" darüber, wie die Kommission die "inakzeptablen Geschäftsbedingungen" gebilligt habe. Die Gebühren blieben "weiterhin höchst exorbitant".

Das Schreiben wurde von der Coalition for App Fairness initiiert, der unter anderem Spotify und Epic Games angehören. Auch Spieleentwickler, der Handelsverband für Online-Dating sowie mehrere Nachrichtenorganisationen haben unterzeichnet. Sie fordern mehr Transparenz und einen formellen Abschluss der Untersuchung. Die EU dürfe nicht zur "Rechtsordnung werden, die den bevorzugten globalen Standard der Gatekeeper nur noch abnickt".

Ein Apple-Sprecher verwies auf die Mitteilung vom August, wonach man die Geschäftsbedingungen "nach enger Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission" geändert habe.

Wirtschaftspolitische Entwicklungen im Überblick

Eine aktuelle Untersuchung des European Council on Foreign Relations ergab, dass rund die Hälfte der europäischen Bürger die Zukunft des Kontinents als gefährdet ansieht – ein düsteres Bild des öffentlichen Vertrauens. Zwei Jahre nachdem Mario Draghi der EU aufgezeigt hatte, wie sie ihre Wettbewerbskrise überwinden kann, wurden lediglich 16 Prozent seiner Vorschläge umgesetzt. Das EU-Kommissionskollegium kommt zudem zusammen, um neue Vorschläge für das öffentliche Beschaffungswesen zu präsentieren.

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