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BHP verliert Rohstoff-Urgestein: Chefhändler Rag Udd geht nach drei Dekaden

BHP verliert mit Rag Udd einen erfahrenen Top-Manager nach 30 Jahren Betriebszugehörigkeit. Der Handelsvorstand war unter anderem für die schwierigen Eisenerz-Verhandlungen mit China zuständig.

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BHP verliert Rohstoff-Urgestein: Chefhändler Rag Udd geht nach drei Dekaden

Der australisch-britische Bergbauriese BHP muss einen seiner profiliertesten Führungskräfte ziehen lassen. Wie aus einem internen Rundschreiben hervorgeht, das der Nachrichtenagentur Reuters zugespielt wurde, wird Konzernhandelschef Rag Udd Ende Januar das Unternehmen verlassen, um sich externen Aufgaben zuzuwenden. Damit endet eine drei Jahrzehnte währende Betriebszugehörigkeit bei dem Rohstoffkonzern.

Udd, dessen Dienstsitz in Singapur liegt, gibt eine der kompliziertesten strategischen Funktionen im Unternehmen ab: die Verhandlungsführung über Eisenerz-Lieferungen mit der Volksrepublik China. In dieser Position führte er die Gespräche mit der staatlichen China Mineral Resources Group (CMRG). Diese Verhandlungen erwiesen sich zuletzt als zunehmend konfliktreich, da der chinesische Staatsabnehmer den Druck auf BHP und andere Eisenerzproduzenten verstärkte, um vorteilhaftere Bedingungen für die heimische Stahlbranche zu erreichen.

Konfliktreiche Verhandlungen mit Peking

Die Auseinandersetzung führte gegen Ende des Vorjahres vorübergehend zu Lieferunterbrechungen für bestimmte Stahlwerke, ehe im April eine Übereinkunft erzielt wurde. Da Marktbeobachter damit rechnen, dass die Gespräche mit China zukünftig noch anspruchsvoller werden, gilt die Besetzung dieser Schlüsselrolle als eine der drängendsten Prioritäten für den neuen BHP-CEO Brandon Craig. Die Verbindungen nach Peking sind für BHP überlebenswichtig: China ist der bei weitem bedeutendste Abnehmer von Eisenerz, dem zentralen Rohstoff zur Stahlherstellung.

Im Unternehmen und unter Analysten galt Udd lange als möglicher Kandidat für die Konzernspitze. Diese Position wurde jedoch im Juli an Brandon Craig vergeben. Udd musste sich damit dem neuen Vorstandsvorsitzenden geschlagen geben, der nun einen passenden Kandidaten für den scheidenden Handelsvorstand finden muss.

Stationen seiner BHP-Laufbahn

Vor seiner Ernennung zum Chief Commercial Officer führte Udd von 2020 bis 2024 die Amerikas-Sparte von BHP. In dieser Funktion zeichnete er unter anderem für die Entwicklung des Jansen-Kaliprojekts in Kanada verantwortlich, dessen Förderung Mitte nächsten Jahres beginnen soll. Kali dient als landwirtschaftliches Düngemittel und stellt einen strategischen Wachstumsbereich für BHP dar.

Darüber hinaus überwachte Udd substanzielle Investitionen in das chilenische Kupfergeschäft des Konzerns. Hierzu gehören der Ausbau der Spence-Mine sowie die Aktivitäten in Escondida, der größten Kupfermine der Welt. Kupfer gilt als essenzieller Rohstoff für die Energiewende und den Ausbau der Elektromobilität, weshalb BHP erhebliche Mittel in dieses Segment lenkt.

Udd hat sich bislang nicht zu seinem bevorstehenden Abgang geäußert. Die Meldung seines Ausscheidens trifft zu einem Zeitpunkt ein, an dem BHP großen strategischen Herausforderungen gegenübersteht. Neben den komplizierten Verhandlungen mit China muss sich der Konzern auch auf den Kupfer- und Kalimärkten behaupten. Die Nachfolge für die Position des Handelsvorstands wird daher mit großer Aufmerksamkeit erwartet.

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