BHP und KGHM bündeln Kräfte bei der Suche nach Kupfervorkommen
Der australische Bergbauriese BHP und das polnische Unternehmen KGHM haben eine globale Allianz zur Kupferexploration geschlossen, um neue Lagerstätten zu erschließen und die wachsende Nachfrage angesichts eines prognostizierten Kupferdefizits von sieben

Der australische Bergbaukonzern BHP (ASX: BHP, NYSE:BHP, LSE:BHP) und die polnische KGHM Polska Miedz (OTCPL: KGHPF, WSE: KGH) haben eine weltweite Partnerschaft im Bereich der Kupferexploration vereinbart. Die Kooperation sieht vor, neue Kupferlagerstätten zu identifizieren und zu entwickeln sowie die jeweiligen Ressourcen zusammenzulegen. Hintergrund ist die wachsende Nachfrage nach dem roten Metall bei gleichzeitig sinkender Förderung aus bestehenden Minen.
Grundlage der Übereinkunft ist ein Memorandum of Understanding (MoU), das am Dienstag veröffentlicht wurde. Darin schufen der größte Bergbaukonzern der Erde und der bedeutendste Tagebau-Kupferproduzent der Europäischen Union einen Rahmen für den Austausch geologischer Daten, die Bewertung von Projekten in frühen Explorationsphasen und den Vergleich von Betriebsabläufen. Die Zusammenarbeit fußt auf den bereits existierenden gemeinsamen Aktivitäten in Chile.
Versorgungslücke bei Kupfer als Treiber
„Die Welt wird mehr Kupfer brauchen, angetrieben durch konjunkturelles Wachstum, die Energiewende und Investitionen in die Digitalisierung“, erklärte BHP-CEO Brandon Craig. „Das MoU schafft eine Plattform für die Teams von BHP und KGHM, um gemeinsam neue Wege zur Identifizierung und Erschließung von Wachstumschancen im Kupfersektor zu erarbeiten.“
Die Notwendigkeit der Allianz untermauern aktuelle Marktzahlen. Laut BloombergNEF wird das globale Kupferdefizit bis 2035 auf sieben Millionen Tonnen anwachsen. Bereits heute zeichnen sich Lieferengpässe in zentralen Förderregionen ab. In Chile ging die Produktion im ersten Quartal 2026 um 5,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurück, was auf nachlassende Erzgehalte zurückzuführen ist. Hinzu kommen operative Probleme an der Grasberg-Mine in Indonesien sowie gesenkte Prognosen beim Joint Venture Kamoa-Kakula in der Demokratischen Republik Kongo, die die weltweiten Kupfervorräte zusätzlich belasten.
KGHM, zugleich der zweitgrößte Silberproduzent weltweit, betreibt große Minen in Polen sowie Anlagen in den USA, Kanada und Chile. Das staatlich kontrollierte Unternehmen möchte seine Entwicklungspipeline ausbauen, während der globale Wettstreit um hochwertige Kupferlagerstätten an Intensität gewinnt. „Das unterzeichnete MoU schafft einen strukturierten Rahmen für weiterführende Gespräche und bereitet den Weg für eine vertiefte Analyse möglicher Kooperationsfelder“, sagte KGHM-Präsident Remigiusz Paszkiewicz.
BHPs ambitionierte Kupferstrategie
Die Zusammenarbeit mit KGHM untermauert BHPs Vorhaben, bis Mitte der 2030er-Jahre eine jährliche Kupferproduktion von zwei Millionen Tonnen zu erreichen. Kupfer hat Eisenerz inzwischen als wichtigsten Gewinnbringer des Konzerns abgelöst. Das rote Metall erzielte 18 Milliarden US-Dollar an zugrunde liegenden Gewinnen, was einem Anteil von 54 Prozent am gesamten bereinigten EBITDA des Unternehmens entspricht.
Parallel zum Joint-Venture-Ansatz investiert BHP erheblich in seine eigenen Anlagen. Im Juli erhielt der Konzern die umweltrechtliche Genehmigung für eine erste Ausbaustufe im Wert von 1,3 Milliarden US-Dollar an der Escondida-Mine in Chile. Zudem wurde ein Ingenieurvertrag zur Erweiterung der Schmelzkapazitäten am Olympic-Dam-Standort in Südaustralien vergeben.
Relevanz für den deutschen Markt
Für Rohstoff-Anleger in Deutschland ist diese Entwicklung von besonderem Interesse, da Kupfer als zentraler Werkstoff der Energiewende gilt. Die Elektromobilität, der Ausbau erneuerbarer Energien und die fortschreitende Digitalisierung treiben die globale Nachfrage nach dem Metall. Der Industriestandort Deutschland ist in hohem Maße auf verlässliche Rohstoffimporte angewiesen. Das Bündnis zwischen BHP und KGHM könnte mittelfristig zur Sicherung der Kupferversorgung beitragen, auch wenn bislang keine konkreten Projekte genannt wurden.
Die Vereinbarung zielt darauf ab, eine Struktur zur Erschließung von Vorkommen außerhalb der bisherigen geografischen Schwerpunkte der beiden Unternehmen in Europa, Australien und Amerika zu etablieren. Damit erweitern beide Konzerne ihren Aktionsradius in einem Markt, der von wachsender Verknappung und zunehmendem Wettbewerb geprägt ist.
