2,2 Milliarden Dollar vom US-Militär: Diese SMR-Werte profitieren
Die US-Armee stellt 2,2 Milliarden US-Dollar für Mikroreaktoren bereit. Für Anleger bieten NuScale Power und Oklo Inc. die einzigen reinen SMR-Playstocks – trotz hoher Risiken und fehlender Profitabilität.

Am 27. August hat das US-Militär einen Finanzrahmen von 2,2 Milliarden US-Dollar für mikro-nukleare Reaktoren freigegeben. Fünf Entwickler erhielten den Zuschlag, jeweils einen Mikroreaktor auf einem Armeestützpunkt zu errichten. Der Schritt ist Bestandteil des Janus-Programms, das im vergangenen Oktober ins Leben gerufen wurde.
Die Exekutivanordnung 14299 – „Einsatz fortschrittlicher Kernreaktortechnologien für die nationale Sicherheit" – wurde im Mai 2025 von Präsident Donald Trump unterzeichnet. Wie World Nuclear News berichtet, soll ein von der Armee regulierter Kernreaktor spätestens am 30. September 2028 in einer militärischen Einrichtung innerhalb der USA den Betrieb aufnehmen.
Offenbar geht es nicht darum, US-Militärstandorte vollständig mit Kernenergie zu versorgen. Vielmehr deuten die Hinweise darauf hin, dass Militäretat und Kerntechnologie als Hebel dienen sollen, um zivile Folgeprojekte anzustoßen. Ein Armeevertreter erklärte: „Wir suchen nicht nur nach Reaktoren, die für eine kurze Demonstration eingeschaltet werden können, sondern vielmehr nach Systemen, die über Jahre hinweg Strom mit hohen Kapazitätsfaktoren liefern können." Und weiter: „Das Janus-Programm wird dann vollständig erfolgreich sein, wenn und erst wenn, wir mehreren Nuklearunternehmen dabei geholfen haben, wirklich zuverlässige und erschwingliche nukleare Mikroreaktoren zu entwickeln, die sie auch an andere Abnehmer jenseits des Militärs verkaufen können."
Diese Werte profitieren vom wachsenden Kernenergie-Interesse
Konzentriert sich das US-Militär auf die Skalierung von Mikroreaktoren, bieten sich NuScale Power und Oklo Inc. als naheliegendste Anlagekandidaten an. Oklo wurde als möglicher Zulieferer für das Janus-Programm genannt, ging bei der Auswahl allerdings leer aus. NuScale wiederum scheint für eine Berücksichtigung nicht qualifiziert gewesen zu sein.
Warum sind beide Aktien dennoch so aufgestellt, dass sie von den Militärbemühungen profitieren können? Zum einen handelt es sich um die einzigen reinen Playstocks am Markt, die sich ausschließlich auf kleine modulare Reaktoren (Small Modular Reactors, SMRs) fokussieren. Weitere börsennotierte Konzerne entwickeln zwar ebenfalls eigene SMR-Designs, sind aber zumeist diversifizierte Industriekonglomerate – was die Möglichkeit eines Anlegers einschränkt, gezielt auf diese Mini-Kernkraftwerke zu setzen.
Zum anderen steckt die SMR-Einführung noch in den Kinderschuhen. Weltweit laufen derzeit lediglich zwei SMR-Projekte, eines in China und eines in Russland. Studien führender Investmentbanken, darunter die Bank of America, deuten jedoch darauf hin, dass SMRs zu einer globalen Chance von 1 Billion US-Dollar heranwachsen könnten. Diese Chance entfaltet sich allerdings über mehrere Jahrzehnte.
Je rascher Begeisterung und Nachfrage nach SMRs zunehmen, desto besser positioniert sind sowohl Oklo als auch NuScale. Beide Firmen haben bereits beachtliche Kundenpipelines aufgebaut, doch kaum eines dieser Geschäfte verfügt über verbindliche finanzielle Zusagen. Um solche Verpflichtungen zu sichern, braucht es vieles – doch ein deutliches Signal von Regulierungsbehörden und Regierungsvertretern sowie die reale Übernahme durch das US-Militär wären ein starker Rückenwind.
Hohe Risiken bleiben trotz Rückenwind bestehen
Trotz der zunehmenden Unterstützung bleibt das Risiko für SMR-Aktien hoch. Oklo und NuScale sind weiterhin nicht profitabel und haben sich bislang vor allem über die Verwässerung ihrer Aktionäre finanziert. Die beeindruckenden Kundenpipelines beider Unternehmen könnten zudem jederzeit kippen.
NuScale verlor etwa 2023 seinen wichtigsten Kunden, nachdem die Kostenschätzungen in die Höhe geschossen waren. Dennoch ist die Nachrichtenlage dieser Woche zweifellos positiv für beide SMR-Investoren und für Anleger im Kernenergiesektor insgesamt. Die Milliarden-Finanzierung der US-Armee sendet ein starkes Signal an die gesamte Branche – auch wenn der Weg bis zur breiten Kommerzialisierung der Mikroreaktoren lang und steinig bleiben dürfte.
