Venezuela setzt 19 Öl-Produktionsteilungsverträge aus Maduro-Ära aus
Das venezolanische Ölministerium suspendiert Verträge mit privaten Unternehmen – USA und Venezuela prüfen gemeinsam die Vereinbarungen.

Venezuela hat 19 Produktionsteilungsverträge im Öl- und Gassektor ausgesetzt, die unter der Regierung von Präsident Nicolás Maduro mit privaten Unternehmen geschlossen wurden. Dies berichteten vier mit der Angelegenheit vertraute Quellen gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Die Aussetzung betrifft Verträge, die zu einem Zeitpunkt unterzeichnet wurden, als Venezuela unter umfangreichen US-Sanktionen stand.
Trotz der Suspendierung hat die Maßnahme bislang keine Auswirkungen auf die laufende Öl- und Gasförderung des Landes. Der staatliche Ölkonzern PDVSA verkauft das im Rahmen der betroffenen Verträge geförderte Rohöl weiterhin auf dem Markt. Die Einnahmen fließen damit vorerst unverändert in die venezolanische Staatskasse.
Gemeinsame Prüfung durch USA und Venezuela
Washington und Caracas überprüfen derzeit die Referenzen der Unternehmen, die diese Verträge unterzeichnet haben. Einige der beteiligten Firmen sind kaum bekannt, was die Prüfung besonders komplex gestaltet. Nach Angaben der Quellen könnten beide Regierungen empfehlen, einzelne Verträge vollständig zu widerrufen.
Der Hintergrund dieser Entwicklung liegt in einem fundamentalen politischen Wandel: Die Vereinigten Staaten nahmen Maduro im Januar fest und übernahmen seither die Kontrolle über Venezuelas Ölexporte und -verkäufe. Das US-Finanzministerium hat daraufhin Lizenzen erteilt, die es ausgewählten Unternehmen erlauben, mit venezolanischem Öl zu handeln und im Energiesektor des Landes tätig zu sein.
Reform des Kohlenwasserstoffgesetzes schafft Rechtsrahmen
Venezuelas Nationalversammlung verabschiedete Ende Januar eine Reform des nationalen Kohlenwasserstoffgesetzes. Ziel der Gesetzesänderung ist es, ausländische Investitionen in die marode venezolanische Ölindustrie zu erleichtern und dem Land wieder Zugang zu internationalem Kapital zu verschaffen. Das reformierte Gesetz räumt der Regierung eine Frist von sechs Monaten ein, um alle bestehenden Verträge zu prüfen.
Für internationale Energieunternehmen und Investoren ist die Situation in Venezuela damit weiterhin mit erheblicher Unsicherheit verbunden. Weder das venezolanische Ölministerium noch das Weiße Haus reagierten zunächst auf eine Bitte um Stellungnahme zu den Berichten.
