Indonesien droht beim US-Handelsabkommen zu scheitern
Händler zweifeln daran, dass Indonesien seine Zusagen für stark steigende US-Agrarimporte einhalten kann.

Indonesien steht vor erheblichen Problemen bei der Umsetzung seines neuen Handelsabkommens mit den USA. Händler warnen, dass das Land kaum in der Lage sein dürfte, die zugesagten Mengen an US-Agrarprodukten tatsächlich zu importieren. Besonders die stark erhöhten Käufe von US-Sojamehl bereiten den Marktteilnehmern Sorgen.
Das vergangene Woche abgeschlossene Abkommen sieht vor, dass die USA ihre Zölle auf indonesische Waren von 32 Prozent auf 19 Prozent senken. Im Gegenzug verpflichtete sich Indonesien, deutlich mehr amerikanische Agrarprodukte abzunehmen. Wichtige indonesische Exportrohstoffe wie Palmöl, Kakao und Kautschuk profitieren von dem Deal.
Staatliche Behörde unter Druck
Die Hauptlast der Importverpflichtungen liegt bei einer staatlichen Behörde, die erst kürzlich mit dem Einkauf von Tierfutter beauftragt wurde. Händler bezweifeln, dass diese Institution die nötige Infrastruktur und Erfahrung besitzt, um die massiv steigenden Sojamehlmengen aus den USA zu beschaffen und zu verteilen. Die Aufgabe gilt in der Branche als logistisch und organisatorisch äußerst anspruchsvoll.
Für deutsche Investoren ist das Abkommen relevant, da Indonesien einer der weltgrößten Produzenten von Palmöl ist – einem Rohstoff, der in zahlreichen europäischen Konsumgütern und als Biokraftstoff eingesetzt wird. Störungen im indonesischen Agrarhandel können globale Rohstoffmärkte beeinflussen. Zugleich steht das Abkommen exemplarisch für die neue US-Handelspolitik unter Präsident Trump, die bilaterale Deals mit Zollsenkungen verknüpft.
Ob Indonesien die Importzusagen langfristig erfüllen kann, bleibt nach Einschätzung der Marktteilnehmer offen. Sollte das Land die vereinbarten Mengen nicht abnehmen, könnten die USA die Zollsenkungen wieder zurücknehmen. Die Situation wird von Agrarimporteuren und Rohstoffhändlern weltweit genau beobachtet.
