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US-Iran-Waffenstillstand unter Druck: Märkte reagieren nervös

Israelische Angriffe auf den Libanon und Streit um die Straße von Hormus belasten den fragilen Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran.

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US-Iran-Waffenstillstand unter Druck: Märkte reagieren nervös

Der erst in dieser Woche vereinbarte Waffenstillstand zwischen den USA und dem Iran steht bereits unter erheblichem Druck. Israelische Angriffe auf den Libanon lösten Vergeltungsmaßnahmen der Hisbollah aus, während US-Präsident Donald Trump den Iran öffentlich für die faktische Sperrung der Straße von Hormus kritisierte. Anleger reagierten verunsichert auf die eskalierenden Spannungen.

Der iranische Vorwurf, Israels Angriffe auf den Libanon verletzten das Abkommen mit den Vereinigten Staaten, dämpfte die Risikofreude, die dem Deal zunächst gefolgt war. Die E-Mini-Futures auf den S&P 500 notierten am Freitag unverändert. Der breiteste MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans legte hingegen um 0,8 Prozent zu.

Netanjahu strebt Gespräche mit Beirut an – Hisbollah feuert Rakete

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte am Donnerstag, er strebe Gespräche mit Beirut an. Dies geschah einen Tag nachdem das schwerste israelische Bombardement des Krieges mehr als 300 Menschen im Libanon getötet hatte. Am Freitag reagierte die Hisbollah mit dem Abschuss einer Rakete auf Israel, was unter anderem in Tel Aviv Luftalarm auslöste.

Parallel dazu kritisierte US-Präsident Donald Trump den Iran auf seiner Plattform Truth Social scharf. Der Iran gestatte Schiffen die Durchfahrt durch die Straße von Hormus nur in „sehr mangelhaftem Maße", schrieb Trump und fügte unmissverständlich hinzu: „Das ist nicht das Abkommen, das wir haben!"

Straße von Hormus: Schlüsselroute für globale Energieversorgung lahmgelegt

Die Bedeutung der Meerenge für die Weltwirtschaft ist enorm. Vor dem Krieg passierte ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gaslieferungen die Straße von Hormus. Am Donnerstag lag das Verkehrsaufkommen jedoch deutlich unter zehn Prozent des normalen Volumens. Schiffe mussten sowohl Minen als auch bürokratische Hürden bewältigen, wobei jedes Schiff eine iranische Genehmigung benötigt.

Die faktische Schließung der Meerenge während des sechswöchigen Krieges der USA und Israels mit dem Iran hat Schockwellen durch die globalen Märkte gesendet. Die Ölpreise stiegen, und die Energieversorgung verknappt sich spürbar. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent legte aufgrund der Versorgungssorgen um 0,7 Prozent auf 96,57 US-Dollar pro Barrel zu.

Als weiteres Zeichen dafür, dass der Konflikt den Kostendruck über die Region hinaus anheizt, stiegen die Erzeugerpreise in China im März zum ersten Mal seit dreieinhalb Jahren – wie offizielle Daten zeigten. Dies verdeutlicht, wie weitreichend die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts bereits sind.

Japan setzt Ölreserven frei – Nikkei legt zu

Japan reagiert auf die Versorgungsengpässe mit konkreten Maßnahmen. Premierministerin Sanae Takaichi erklärte am Freitag, Japan plane, ab Mai Ölreserven für 20 Tage freizugeben, um eine stabile inländische Versorgung zu gewährleisten. Japan ist als rohstoffarmes Land besonders stark von Importen aus dem Nahen Osten abhängig.

An den japanischen Aktienmärkten zeigte sich derweil ein positives Bild. Der Nikkei 225 stieg um 1,6 Prozent, während die Aktien von Fast Retailing – dem Eigentümer der Modekette Uniqlo – ein Rekordhoch erreichten. Das Unternehmen hatte am Donnerstag einen Gewinnsprung gemeldet, der die Marktschätzungen übertraf.

Im frühen europäischen Handel legten die überregionalen Futures um 0,6 Prozent zu. Die DAX-Futures stiegen ebenfalls um 0,6 Prozent, die FTSE-Futures um 0,2 Prozent. Für deutsche Anleger bleibt die Lage angespannt: Die Kombination aus geopolitischer Unsicherheit, steigenden Energiepreisen und drohenden Lieferkettenunterbrechungen dürfte die Märkte auch in den kommenden Tagen beschäftigen.

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