Starmer und Trump beraten über Militäroptionen in der Straße von Hormus
Der britische Premier Keir Starmer bestätigte Gespräche mit Trump über militärische Kapazitäten und Schifffahrtslogistik in der strategisch wichtigen Meerenge.

Der britische Premierminister Keir Starmer hat am Freitag, dem 10. April, öffentlich bestätigt, dass er bei seinem Gespräch mit US-Präsident Donald Trump am Vortag über militärische Optionen und die Schifffahrt durch die Straße von Hormus gesprochen hat. Die Aussagen machte Starmer während eines Besuchs in der Golfregion. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und ist für den globalen Energiehandel von zentraler Bedeutung.
„Wir haben eine Koalition von Ländern zusammengestellt. Wir arbeiten an einem politisch-diplomatischen Plan, prüfen aber auch militärische Kapazitäten und die Logistik für die tatsächliche Durchfahrt von Schiffen durch die Meerenge", erklärte Starmer. Er betonte, dass dies der Schwerpunkt seiner Diskussion mit Trump gewesen sei – eine Reflexion der Gespräche, die er zuvor in der Golfregion geführt hatte. Weitere Details nannte er nicht.
Koalition und diplomatischer Plan im Fokus
Die Aussagen Starmers deuten auf koordinierte westliche Bemühungen hin, die freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu sichern. Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist der einzige Seeweg aus dem Persischen Golf in den Indischen Ozean und damit eine kritische Engstelle für den weltweiten Öl- und Gastransport. Störungen in dieser Region hätten unmittelbare Auswirkungen auf die globalen Energiemärkte und damit auch auf deutsche Verbraucher und Unternehmen.
Starmer sprach von einem zweigleisigen Ansatz: Einerseits soll ein politisch-diplomatischer Plan verfolgt werden, andererseits werden militärische Kapazitäten geprüft. Die Einbindung einer Koalition mehrerer Länder unterstreicht den multilateralen Charakter der Initiative. Konkrete Teilnehmerstaaten dieser Koalition nannte der Premier jedoch nicht.
NATO-Frage bleibt unbeantwortet
Auf die Frage, ob Starmer bei dem Gespräch mit Trump auch dessen frühere Drohungen bezüglich eines möglichen US-Austritts aus der NATO angesprochen habe, wich der Premier einer direkten Antwort aus. Er betonte jedoch die Bedeutung des Bündnisses für beide Seiten des Atlantiks. „Die NATO ist ein Verteidigungsbündnis, das uns über Jahrzehnte hinweg viel sicherer gemacht hat, als wir es sonst gewesen wären", sagte Starmer.
Diese Aussage ist vor dem Hintergrund anhaltender Debatten über die Zukunft der transatlantischen Sicherheitsarchitektur zu sehen. Für Europa und insbesondere für Deutschland als NATO-Mitglied sind die Stabilität des Bündnisses und die Verlässlichkeit der amerikanischen Sicherheitsgarantien von fundamentaler Bedeutung. Starmers Betonung des gemeinsamen Interesses an der NATO kann als diplomatisches Signal an Washington gewertet werden.
Der Besuch des britischen Premierministers in der Golfregion und die anschließenden Gespräche mit Trump zeigen, dass die Sicherheit der Schifffahrtswege im Nahen Osten derzeit ganz oben auf der außenpolitischen Agenda der westlichen Verbündeten steht. Für die internationalen Finanzmärkte und den Energiesektor bleibt die Lage rund um die Straße von Hormus ein wichtiger Beobachtungspunkt.
