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Tankerangriffe im Golf: US-Iran-Konflikt treibt Ölpreise auf 16-Prozent-Hoch

Neun Schiffe seit Kriegsbeginn attackiert – Straße von Hormus blockiert, Energiemärkte weltweit unter extremem Druck.

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Tankerangriffe im Golf: US-Iran-Konflikt treibt Ölpreise auf 16-Prozent-Hoch

Im Golf eskaliert der Konflikt zwischen den USA und dem Iran dramatisch. Am Donnerstag wurden zwei weitere Tanker angegriffen: Ein unter der Flagge der Bahamas fahrender Rohöltanker wurde offenbar von einem iranischen Sprengstoffboot attackiert, während er nahe dem irakischen Hafen Chor al-Subair ankerte. Ein zweiter Tanker vor Kuwait schlug nach einer schweren Explosion Leck und verlor Öl ins Meer.

Seit Ausbruch des Konflikts am vergangenen Samstag wurden damit insgesamt neun Schiffe angegriffen. Gleichzeitig feuerte der Iran eine Raketenwelle auf Israel ab und schickte Drohnen nach Aserbaidschan, wobei vier Personen verletzt wurden. Die Ausweitung auf Aserbaidschan droht, die Krise auf weitere Ölproduzenten der Region zu übertragen.

Rund 200 Schiffe – darunter Öl- und Flüssigerdgastanker sowie Frachtschiffe – lagen nach Reuters-Schätzungen auf Basis von MarineTraffic-Daten weiterhin in offenen Gewässern vor Anker. Hunderte weitere Schiffe warteten außerhalb der Straße von Hormus und konnten die Häfen nicht erreichen. Die Wasserstraße ist eine zentrale Versorgungsader für rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und LNG-Angebots.

Energieversorgung unter massivem Druck

Die Ölpreise setzen ihre Rally fort: Brent stieg am Donnerstag um 3 Prozent, WTI um 4 Prozent. Seit Kriegsbeginn am Samstag haben beide Sorten bereits 16 Prozent zugelegt. Europäisches Gas verteuerte sich am Donnerstag um weitere 3 Prozent – seit Wochenbeginn beträgt der Anstieg bereits fast 60 Prozent.

BP evakuierte ausländisches Personal aus dem irakischen Ölfeld Rumaila, nachdem zwei nicht identifizierte Drohnen auf dem Gelände gelandet waren. Der Irak hat seine Ölproduktion um fast 1,5 Millionen Barrel pro Tag gedrosselt, da Lagerkapazitäten erschöpft sind und keine Tanker beladen werden können. Raffinerien in Kuwait und Bahrain reduzierten ebenfalls ihre Produktion oder stellten sie ganz ein.

Katar, das rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Angebots liefert, hat die Gasproduktion Anfang dieser Woche vollständig eingestellt. Andere große Produzenten wie die USA und Australien verfügen laut Reuters-Berechnungen kaum über freie Kapazitäten, um den Ausfall zu kompensieren. Russlands Präsident Putin nutzte die Lage und erklärte, sein Land könne die Gaslieferungen nach Europa sofort einstellen.

Folgen für Europa und Deutschland

Für die Europäische Union wird die Aufgabe, die Gasspeicher in den kommenden Monaten aufzufüllen, deutlich riskanter und teurer. Die EU importiert weiterhin etwas russisches Gas und plant, Pipeline-Lieferungen bis Ende 2027 zu beenden sowie neue kurzfristige LNG-Verträge ab Ende April 2026 zu verbieten. Der Konflikt gefährdet diese Pläne erheblich.

US-Präsident Donald Trump bot Geleitschutz durch die US-Marine sowie Versicherungen an, um den Schiffsverkehr wieder in Gang zu bringen und die Energiepreise zu dämpfen. Der Versicherungsmarkt Lloyd's of London erklärte am Donnerstag, man stehe bezüglich eines entsprechenden Plans im Austausch mit der US-Regierung. Asiatische Importeure gerieten ebenfalls unter Druck: China forderte Raffinerien auf, keine neuen Kraftstoffexportverträge zu unterzeichnen und bereits zugesagte Lieferungen wenn möglich zu stornieren.

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