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Straße von Hormus: Eskalation treibt Rohölnotierungen weiter an

Die Ölpreise steigen weiter, angetrieben von der militärischen Eskalation zwischen den USA und dem Iran in der Straße von Hormus. Brent und WTI legten am Montag jeweils rund 1,3 Prozent zu, während die OPEC+ ihre Förderpolitik für Oktober unverändert ließ

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Straße von Hormus: Eskalation treibt Rohölnotierungen weiter an

Die Rohölpreise setzten am Montag ihren kräftigen Aufwärtstrend aus der Vorwoche fort. Auslöser sind die sich zuspitzenden militärischen Konflikte zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran im Bereich der Straße von Hormus, die Befürchtungen vor einer nachhaltigen Beeinträchtigung der globalen Erdölversorgung verstärken.

Brent-Rohöl zur Lieferung im November verteuerte sich um rund 1,3 Prozent auf etwa 97,50 US-Dollar je Barrel. Die amerikanische Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte ebenfalls um circa 1,3 Prozent auf ungefähr 92,65 US-Dollar zu. Schon in der Vorwoche hatten beide Rohölsorten deutliche Gewinne von bis zu 10 Prozent verbucht.

Ursachen der Zuspitzung

Die Lage eskalierte weiter, nachdem das US-Zentralkommando am Samstag den Beschuss von drei iranischen Öltankern bestätigt hatte – darunter ein Schiff in der Nähe der strategisch bedeutenden Exportinsel Kharg. Zuvor hatte die Marine der iranischen Revolutionsgarden ihrerseits drei Tanker auf nicht genehmigten Routen sowie drei Schiffe der USA in anderen Seegebieten angegriffen.

Der Iran meldete zudem die Attacke auf eine US-Militärdrohne und stellte schärfere Gegenmaßnahmen bei weiteren amerikanischen Aktionen in Aussicht. Mohsen Rezaei, Sekretär des Obersten Nationalen Sicherheitsrates des Iran, kündigte die Einrichtung einer neuen Sperrzone außerhalb der Straße von Hormus an, in der Schiffe mit Sanktionen rechnen müssten.

Folgen für die Schifffahrt

Fachleute bewerten die Situation als äußerst angespannt. Das maritime Beratungsunternehmen Marisks spricht von einer „massiven Eskalation“, da Handelstanker zunehmend als Mittel wirtschaftlicher Druckausübung zweckentfremdet würden. Aufzeichnungen des Analysehauses Kpler belegen, dass die Zahl der täglichen Durchfahrten durch die Straße von Hormus – durch die normalerweise etwa ein Fünftel des globalen Ölbedarfs transportiert wird – auf den niedrigsten Wert seit Mai gesunken ist.

Die Analysten von ANZ rechnen damit, dass die Ausfuhren bis Ende 2026 gedrosselt bleiben könnten. Eine Rückkehr zum regulären Durchsatz wird frühestens für das erste oder zweite Quartal 2027 erwartet. Das US-Energieministerium wies jedoch darauf hin, dass unter dem Schutz der amerikanischen Marine weiterhin täglich mehr als 9 Millionen Barrel Rohöl die Meerenge passieren.

Markteinschätzung und OPEC+-Beschluss

Experten von ING wiesen darauf hin, dass der Ölmarkt mangels Aussicht auf eine diplomatische Annäherung zwischen Washington und Teheran weiterhin kräftig gestützt bleibe, selbst wenn das Öl trotz der Zuspitzung derzeit noch fließe. Die geopolitische Risikoprämie dürfte daher vorerst auf einem erhöhten Niveau verharren.

Ergänzend dazu hat die OPEC+ am Sonntag ihre Förderstrategie für Oktober unverändert gelassen. Das Bündnis setzt damit seine sechsmonatige Phase der Produktionsausweitung aus, um sich auf die Festlegung neuer Förderquoten für das Jahr 2027 zu konzentrieren. Dieser Schritt deutet darauf hin, dass die Erzeugerländer die gegenwärtige Versorgungslage am Ölmarkt als ausreichend ansehen und keine zusätzlichen Mengen bereitstellen wollen.

Für Rohstoffanleger bleibt die Lage angespannt. Das Zusammenspiel aus militärischer Eskalation in einer der bedeutendsten Öltransitregionen der Erde und der zurückhaltenden Förderpolitik der OPEC+ schafft ein Umfeld, in dem die Erdölpreise kurzfristig weiter zulegen könnten. Entscheidend wird sein, ob sich die diplomatischen Gesprächskanäle zwischen Washington und Teheran wieder öffnen oder ob die militärischen Konflikte weiter an Intensität gewinnen.

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