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Solarenergie-Boom in Schwellenländern: Warum Anleger Handelsbarrieren beachten müssen

Chinas erdrückende Dominanz bei Solarkomponenten erschwert Investoren die Teilhabe am globalen Solarboom in Schwellenländern.

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Solarenergie-Boom in Schwellenländern: Warum Anleger Handelsbarrieren beachten müssen

Die Solarenergie erlebt in vielen Schwellenländern eine stille Revolution. Während die Welt auf die Ölströme durch die Straße von Hormus blickt, steigen Millionen von Verbrauchern und Unternehmen in Ländern wie Malaysia, Indien, Nigeria und Äthiopien auf Solarenergie um. Für Anleger, die von diesem Trend profitieren wollen, stellt sich jedoch ein grundlegendes Problem: die erdrückende Dominanz chinesischer Hersteller.

Chinas Exporte von Solarkomponenten haben sich von Februar bis März verdoppelt und erreichten eine Rekordkapazität von 68 Gigawatt. Laut dem Clean-Energy-Thinktank Ember verzeichneten im März 50 Länder Allzeithochs bei den Importen chinesischer Solaranlagen. Ein Teil dieser Nachfrage wurde von Käufern getrieben, die Preiserhöhungen zuvorkommen wollten – denn ab April können chinesische Hersteller keine Mehrwertsteuer-Rückerstattungen auf exportierte Solarkomponenten mehr von der Regierung erhalten, was zu Preisanhebungen führen dürfte.

Nigerias Solarrevolution: Diesel war gestern

Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Boom in Nigeria. Die Importe chinesischer Solarmodule stiegen dort im März im Vergleich zu Februar um 519 Prozent. Der Hintergrund: Die Dieselpreise haben sich seit Ausbruch des aktuellen Krieges mehr als verdoppelt, was nigerianische Haushalte dazu bewegt, ihre Dieselgeneratoren durch Solaranlagen zu ersetzen. Die Wirtschaftlichkeit ist dabei überzeugend: Die Einsparungen durch den Ersatz von Diesel können die Kosten von rund 60 US-Dollar für ein 420-Watt-Solarmodul in nur drei Monaten amortisieren. Vor dem Krieg waren es noch sechs Monate, wie eine Analyse von Ember zeigt.

Dieses Muster ist nicht neu. Ein ähnlicher Boom ereignete sich bereits nach der durch den Ukraine-Krieg ausgelösten Energiekrise von 2022. Pakistan ist dafür das wohl beeindruckendste Beispiel: Laut Regierungsdaten stieg der Anteil der Solarenergie an der pakistanischen Stromerzeugung von etwa 3 Prozent im Jahr 2020 auf heute 32 Prozent. Dieser Anstieg wurde nicht durch staatliche Politik verursacht, sondern durch die individuellen Entscheidungen von Hunderttausenden von Verbrauchern und kleinen Unternehmen, die teure Dieselgeneratoren gegen Solaranlagen auf dem Dach austauschten.

Protektionismus als mögliche Chance für Anleger

Die Abkehr zur Solarenergie vollzog sich in Pakistan so schnell und unkontrolliert, dass die dortigen Energieversorger mittlerweile mit sinkenden Absätzen zu kämpfen haben. Für westliche Investoren bleibt die Frage, wie sie von diesem globalen Trend profitieren können, wenn chinesische Hersteller den Markt dominieren. Hier könnte ausgerechnet der zunehmende Protektionismus als Nebeneffekt geopolitischer Konflikte für etwas Atempause sorgen.

Handelsbarrieren gegen chinesische Solarprodukte – wie sie etwa in den USA und zunehmend auch in der EU diskutiert werden – könnten nicht-chinesischen Herstellern Marktanteile sichern. Für deutsche Privatanleger bedeutet das: Wer in den Solarsektor investieren möchte, sollte die Entwicklung von Handelsregulierungen und Importzöllen genau im Blick behalten. Die Nachfrage nach Solarenergie in Schwellenländern ist real und wächst rasant – die Frage ist nur, wer letztlich davon profitiert.

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 68 Gigawatt Exportkapazität in einem einzigen Monat, 50 Länder mit Importrekorden und ein pakistanischer Solaranteil von 32 Prozent zeigen, dass die Energiewende in Schwellenländern längst keine Zukunftsvision mehr ist. Sie ist bereits Realität – angetrieben nicht von Regierungsprogrammen, sondern von wirtschaftlichem Kalkül der Verbraucher.

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