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Deutschland wieder Strom-Nettoexporteur: Erste Wende seit 2023

Im ersten Quartal 2026 lieferte Deutschland erstmals seit Ende 2023 wieder mehr Strom ins Ausland als es einführte.

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Deutschland wieder Strom-Nettoexporteur: Erste Wende seit 2023

Deutschland hat im ersten Quartal 2026 die Rolle des Strom-Nettoexporteurs zurückerobert. Von Januar bis März wurden laut Bundesnetzagentur 17,9 Terawattstunden ins Ausland exportiert, während gleichzeitig 15,3 Terawattstunden importiert wurden. Damit ergibt sich ein positiver Saldo – ein Nettoexport, den Deutschland zuletzt im vierten Quartal 2023 verzeichnen konnte.

Der Kontrast zum Vorjahr ist deutlich: Im ersten Quartal 2025 hatte Deutschland noch einen Importüberschuss von 4,0 Terawattstunden verbucht. Die Trendwende fällt damit klar aus und markiert eine bemerkenswerte Verschiebung in der europäischen Stromhandelsbilanz.

Günstigere Großhandelspreise als Schlüsselfaktor

Als Hauptursache für den Wandel identifiziert die Bundesnetzagentur die Preisentwicklung am deutschen Strommarkt. Die Großhandelspreise hierzulande sanken stärker als in den meisten Nachbarländern. Dadurch war es für ausländische Stromversorger häufiger wirtschaftlich attraktiv, Strom von deutschen Erzeugern zu beziehen. Umgekehrt gab es für deutsche Versorger seltener einen finanziellen Anreiz, Strom im Ausland einzukaufen.

Größter Abnehmer deutschen Stroms war im ersten Quartal erneut Österreich – wie bereits im Vorjahresquartal. Besonders deutliche Zuwächse verzeichneten die Exporte nach Dänemark und Norwegen. Rückläufig entwickelten sich hingegen die Lieferungen nach Frankreich: Dort gingen die deutschen Stromexporte im Vergleich zum Vorjahresquartal um rund die Hälfte zurück.

Auf der Importseite war Dänemark der größte Stromlieferant für Deutschland, gefolgt von den Niederlanden und Frankreich. Diese Konstellation zeigt, wie eng die europäischen Strommärkte miteinander verflochten sind und wie stark Preissignale die grenzüberschreitenden Handelsströme lenken.

Erneuerbare Energien dominieren den Exportmix

Beim Blick auf die Energieträger zeigt sich die wachsende Bedeutung der Erneuerbaren: 57,1 Prozent der deutschen Stromexporte stammten aus erneuerbaren Quellen, angeführt von an Land erzeugtem Windstrom. Auch bei den Importen stieg der Anteil der Erneuerbaren auf 50,2 Prozent.

Bemerkenswert ist dabei ein Detail auf der Importseite: Die Bundesnetzagentur hält fest, dass Kernenergie erneut den größten Anteil unter den einzelnen Energieträgern bei den Stromimporten ausmachte. Dies verdeutlicht, dass Deutschland trotz des eigenen Atomausstiegs indirekt weiterhin von Kernkraft aus dem Ausland profitiert.

Für Anleger, die den Energiesektor im Blick haben, liefert die Entwicklung wichtige Hinweise: Sinkende Großhandelspreise in Deutschland können die Margen heimischer Stromerzeuger unter Druck setzen, gleichzeitig aber die Wettbewerbsfähigkeit im europäischen Exportmarkt stärken. Die Rückkehr zum Nettoexport signalisiert eine veränderte Dynamik im europäischen Energiemarkt, die Investoren in Versorgeraktien und Energiefonds aufmerksam verfolgen sollten.

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