ANZEIGE

Russland stoppt Gaslieferungen an Moldau ab Januar

Drohende Stromausfälle und Streit um unbezahlte Schulden belasten die Region zusätzlich

2 Min
Russland stoppt Gaslieferungen an Moldau ab Januar

Russland hat angekündigt, die Gaslieferungen nach Moldau ab dem 1. Januar einzustellen. Der russische Energiekonzern Gazprom teilte mit, dass die Aussetzung der Exporte aufgrund unbezahlter Schulden Moldaus erfolgt. Gazprom behält sich zudem vor, den bestehenden Liefervertrag mit Moldau vollständig zu kündigen. Offizielle Stellungnahmen aus Moldau blieben bisher aus.

Die geplante Einstellung der Gaslieferungen ist Teil einer umfassenderen Maßnahme, da Russland plant, alle Gasexporte über die Ukraine einzustellen. Der aktuelle Transitvertrag mit der Ukraine läuft am 31. Dezember aus. Moldau, das jährlich rund zwei Milliarden Kubikmeter Gas aus Russland bezieht, ist von dieser Entscheidung besonders stark betroffen. Die Versorgung des Landes erfolgt über die Ukraine und umfasst auch die abtrünnige Region Transnistrien. Diese nutzt das Gas, um in einem Kraftwerk günstigen Strom zu erzeugen, der an den Rest des Landes verkauft wird.

Die Schuldenfrage steht dabei im Mittelpunkt des Konflikts. Russland gibt an, Moldau schulde Gazprom 709 Millionen US-Dollar, während die moldauische Regierung die Summe auf lediglich 8,6 Millionen US-Dollar beziffert. Ein Abkommen aus dem Jahr 2022 zwischen Transnistrien und der Regierung in Chișinău sieht vor, dass das gesamte russische Gas an die abtrünnige Region geliefert wird, die traditionell keine Zahlungen für den Treibstoff leistet. Ohne Gaslieferungen könnte das Kraftwerk in Transnistrien den Betrieb einstellen, was zu stundenlangen Stromausfällen sowohl in Moldau als auch in Transnistrien führen würde.

Moldau hat bereits Vorbereitungen für mögliche lange Stromausfälle getroffen. Die Regierung erklärte, dass ab dem 1. Januar Stromexporte eingeschränkt und Maßnahmen zur Reduzierung des Verbrauchs um mindestens ein Drittel eingeführt werden sollen. Präsidentin Maia Sandu warf Gazprom vor, absichtlich eine Energiekrise zu provozieren, indem alternative Routen für Gaslieferungen verweigert würden.

Sowohl Moldau als auch Transnistrien haben aufgrund der drohenden Unterbrechung der Gasversorgung den Ausnahmezustand erklärt. Die Auswirkungen dieser Situation werden voraussichtlich schwerwiegend sein, da die Bevölkerung des Landes, das etwa 2,5 Millionen Einwohner zählt, mit erheblichen Einschränkungen im täglichen Leben rechnen muss. Die Unterbrechung der Gaslieferungen könnte zudem die geopolitischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen weiter verschärfen.

RusslandMoldauÖlFinanzen

Meistgelesene News

  1. Millennium Silver leitet Drohnenvermessung bei Nevada-Silberprojekt ein
  2. Mais-Futures unter Druck: Dollarstärke und Rekordernte belasten die Preise
  3. Geheimmission auf dem Bosporus: Schattenflotte-Tanker mit russischem Öl unterwegs
  4. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  5. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte

Disclaimer