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Putsch im Niger gefährdet Uranlieferungen für Atomkraftwerke

Energiekrise in Europa droht: Besonders betroffen ist der französische Atomkonzern Orano

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Putsch im Niger gefährdet Uranlieferungen für Atomkraftwerke

Der jüngste Militärputsch im Niger bringt nicht nur politische Instabilität in das westafrikanische Land, sondern wirft auch ein bedrohliches Schlaglicht auf die europäische Energiewirtschaft. Besonders betroffen ist der französische Atomkonzern Orano, der drei riesige Uranminen im Niger besitzt, darunter das zweitgrößte Vorkommen der Welt. Laut Satellitenbildern ist in den vergangenen Jahren massiv in die Minen investiert worden. Doch die politische Situation gefährdet nun die Lieferungen nach Europa, da mehr als ein Viertel des in die EU importierten Urans aus dem afrikanischen Land stammt.

Die EU-Atombehörde Euratom bestätigt, dass 2022 mehr als ein Viertel des in die EU importierten Urans aus dem Niger stammte. Europas Atomkraftwerke sind dringend auf das spaltbare Metall als Brennstoff angewiesen. Besonders Frankreich hat sich über Jahrzehnte hinweg stark im Niger engagiert. Der staatliche französische Atomkonzern Orano, vormals bekannt als Areva, besitzt mehrheitlich drei gewaltige Bergwerke im Land. Während aktuell nur ein Bergwerk Uran fördert, deuten Satellitenbilder von LiveEO darauf hin, dass in den vergangenen Jahren massiv in die Minen investiert wurde.

Der Militärputsch führte zur Ankündigung, sämtliche Uranexporte nach Frankreich einzustellen. Doch die französische Regierung beschwichtigt, indem sie betont, dass der Niger nur vier Prozent der globalen Uranproduktion ausmache und die Lieferketten extrem divers seien. Doch die Lage bleibt kritisch, da die EU-Atomwirtschaft zwar noch für etwa drei Jahre Uran eingelagert hat, aber mittelfristig vor einer ernsten Versorgungskrise steht. Die europäische Stromversorgung muss sich außerdem von russischen Lieferungen unabhängig machen, da Russland 2021 immerhin 20 Prozent der Uranimporte ausmachte.

Insbesondere die geplante Uranmine Imouraren im Niger könnte eine wichtige Rolle für Europas Uranversorgung spielen. Der Erzkörper des Bergwerks gilt als zweitgrößtes Uranvorkommen der Welt und wurde nach 2010 schnell errichtet. Allerdings herrscht seit einiger Zeit Stillstand in der Mine, nachdem der Uranpreis infolge der Fukushima-Katastrophe eingebrochen war. Die politische Unsicherheit unter der Militärjunta wirft nun die Frage auf, ob das Bergwerk jemals in Betrieb gehen wird.

Neben Frankreich zeigen auch Kanada und Kasachstan Interesse daran, die Uranlieferungen aus dem Niger zu ersetzen. Kasachstan gilt bereits als weltweit wichtigster Uranproduzent und hat den Niger als größten Lieferanten der EU abgelöst. Orano besitzt seit den 90er-Jahren eine Uranmine in Kasachstan, die in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut wurde. Die politische Instabilität im Niger könnte dazu führen, dass andere Länder in die Bresche springen, um Europas Uranversorgung sicherzustellen.

Die Situation im Niger ist jedoch nicht nur aus wirtschaftlicher Sicht problematisch. Die Bedenken hinsichtlich Umweltauswirkungen und radioaktiver Belastung bleiben bestehen. Nachdem Orano im Jahr 2021 die Cominak-Mine geschlossen hatte, blieben rund 20 Millionen Tonnen Abraum auf Flächen zurück, was bei der lokalen Bevölkerung Sorgen um die Gesundheit auslöste. Obwohl Orano beteuert, den Abfall zu vergraben und die radioaktive Belastung sei gering, zweifeln Kritiker an dieser Darstellung und warnen vor möglichen Auswirkungen auf die Wasserversorgung.

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