Prognosemärkte: Straße von Hormus bleibt vorerst gesperrt
Trotz Spekulationen über US-Iran-Diplomatie sehen Wettteilnehmer kaum Chancen auf baldige Normalisierung des Tankerverkehrs.

Die Straße von Hormus bleibt nach Einschätzung der Prognosemärkte noch längere Zeit blockiert. Auf der US-Plattform Kalshi liegt die Wahrscheinlichkeit einer Normalisierung des Tankerverkehrs vor dem 15. April bei unter 25 Prozent – trotz zunehmender Spekulationen über mögliche diplomatische Fortschritte zwischen Washington und Teheran.
Die Wettteilnehmer werden mit der Zeit etwas optimistischer: Für eine Wiedereröffnung bis zum 1. Juni liegt die Wahrscheinlichkeit bei über 67 Prozent, bis zum 1. Juli sogar bei 76 Prozent. Insgesamt wurden in diesem Markt bereits rund 100.000 US-Dollar eingesetzt – ein Zeichen dafür, dass das Thema Anleger und Händler weltweit stark beschäftigt.
Kalshi definiert eine Rückkehr zur Normalität als einen gleitenden Sieben-Tage-Durchschnitt von mehr als 60 Durchfahrten durch die Meerenge, basierend auf Daten des IMF PortWatch-Systems. Derzeit liegt der Tankerverkehr deutlich darunter.
Hintergrund: Militärschläge stoppten den Ölhandel
Der Iran hat den Schiffsverkehr zwischen dem Persischen Golf und dem Arabischen Meer nach US-israelischen Militärschlägen faktisch zum Erliegen gebracht. Zu diesen Angriffen zählte auch die Tötung des Obersten Führers des Irans am 28. Februar, dem ersten Tag der Luftangriffe.
Die strategische Bedeutung der Meerenge kann kaum überschätzt werden. Vor Beginn des Konflikts wurden rund 20 Prozent des gesamten weltweiten Rohöltransits über die Straße von Hormus abgewickelt. Eine anhaltende Blockade trifft damit nicht nur die Golfstaaten, sondern belastet die globale Energieversorgung und die Ölpreise erheblich.
Für deutsche Anleger und Energieverbraucher ist die Lage besonders relevant: Europa bezieht einen erheblichen Teil seines Rohöls aus der Golfregion. Eine länger anhaltende Sperrung der Meerenge könnte die Energiepreise weiter unter Druck setzen und Lieferketten belasten.
