Iranische Raketenangriffe treffen Big Oil mit Milliarden-Verlusten
Shells Pearl-GTL-Anlage in Katar schwer beschädigt – westliche Ölkonzerne geraten durch Irans Krieg unter massiven Druck.

Iranische Raketenangriffe haben die Pearl-GTL-Anlage in Katar schwer getroffen und damit eines der profitabelsten Assets von Shell außer Betrieb gesetzt. Die Gas-to-Liquids-Anlage gehört zu den technisch anspruchsvollsten Einrichtungen des britisch-niederländischen Konzerns weltweit. Eine der beiden Produktionslinien muss laut Angaben aus Katar für mindestens ein Jahr stillgelegt werden.
Damit werden erstmals wichtige Investitionen der westlichen Ölindustrie direkt zu Zielen in Irans Konflikt mit den USA und Israel. Die Schäden betreffen nicht nur Shell, sondern erschüttern die gesamte Branche – von Doha bis zum östlichen Mittelmeer.
Exxon, Chevron, ConocoPhillips und Total im Visier
Exxon Mobil steht im Nahen Osten besonders exponiert da: Analysten schätzen, dass rund ein Fünftel der gesamten Öl- und Gasproduktion des US-Konzerns aus dieser Region stammt. Kein anderer großer Ölkonzern hat dort mehr auf dem Spiel. Exxon zählt damit zu den am stärksten gefährdeten Unternehmen im aktuellen Konflikt.
Chevron hat seine großen Gasfelder vor der Küste Israels bereits vorsorglich abgeschaltet. ConocoPhillips hält Beteiligungen an katarischen Gasanlagen und ist damit ebenfalls direkt betroffen. Für den französischen Energiekonzern TotalEnergies errechnete Goldman Sachs, dass etwa 17 Prozent des jährlichen operativen Gewinns aus Öl- und Gasproduktion hinter der Straße von Hormus stammen.
Die Straße von Hormus ist die strategisch entscheidende Meerenge, die den Persischen Golf mit den globalen Energiemärkten verbindet. Sollte der Konflikt diese Wasserstraße blockieren oder gefährden, wären die Folgen für die weltweite Energieversorgung erheblich. Für deutsche Verbraucher und Unternehmen würden steigende Energiepreise unmittelbar spürbar werden.
Die Angriffe zeigen, wie verwundbar die globale Energieinfrastruktur im Nahen Osten ist. Anleger beobachten die Lage genau – Aktien der betroffenen Konzerne stehen unter Beobachtung.
