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Phillips 66 droht 900-Millionen-Dollar-Verlust durch Iran-Ölpreisschock

Der US-Raffineriebetreiber meldet massive Mark-to-Market-Verluste im ersten Quartal durch explodierende Rohstoffpreise infolge der Iran-Krise.

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Phillips 66 droht 900-Millionen-Dollar-Verlust durch Iran-Ölpreisschock

Der US-amerikanische Raffineriebetreiber Phillips 66 hat am Montag in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC bekannt gegeben, dass sein Ergebnis für das erste Quartal durch einen massiven Anstieg der Rohstoffpreise schwer belastet wurde. Die Mark-to-Market-Verluste vor Steuern belaufen sich auf nahezu 900 Millionen US-Dollar. Auslöser ist der drastische Anstieg der Energiepreise seit dem Ausbruch des Krieges zwischen den USA und Israel gegen den Iran Ende Februar.

Die faktische Schließung der Straße von Hormus durch den Iran hat die globalen Energiemärkte in eine tiefe Krise gestürzt. Das strategisch bedeutsame Nadelöhr kontrolliert etwa ein Fünftel der weltweiten Öl- und Gasversorgung. Die daraus resultierenden Preissprünge bei Rohöl und Erdölprodukten haben Phillips 66 aufgrund seiner Derivatpositionen empfindlich getroffen.

Netto-Short-Position als Hauptursache der Verluste

Die Verluste des in Houston, Texas, ansässigen Unternehmens sind hauptsächlich auf eine Netto-Short-Position in Derivatkontrakten zurückzuführen. Diese umfassten Rohöl, raffinierte Erdölprodukte, Flüssiggas sowie Rohstoffe für erneuerbare Energien. Ende März belief sich die Netto-Short-Position in Derivatkontrakten auf Rohöl und Erdölprodukte auf rund 50 Millionen Barrel – eine enorme Wette gegen steigende Preise, die sich als fatal erwiesen hat.

Eine Short-Position bedeutet, dass ein Unternehmen auf fallende Preise setzt. Steigen die Preise stattdessen stark an, entstehen entsprechend hohe Verluste. Genau das ist Phillips 66 im ersten Quartal passiert: Die Rohölpreise stiegen nicht nur leicht, sondern verzeichneten historische Rekordanstiege.

Die Verluste verteilen sich auf mehrere Geschäftsbereiche des Konzerns:

Raffination:

Belastung von 350 bis 450 Millionen US-Dollar -

Marketing und Spezialitäten:

Verluste von 300 bis 400 Millionen US-Dollar -

Erneuerbare Kraftstoffe:

Auswirkungen zwischen 100 und 200 Millionen US-Dollar

Rekordanstieg bei Brent und WTI im März

Die Dimension des Preisschocks spiegelt sich in den Marktdaten deutlich wider. Brent-Futures verzeichneten im März laut Daten des Finanzdienstleisters LSEG einen monatlichen Rekordanstieg von 64 Prozent. Die US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) legte im selben Zeitraum um rund 52 Prozent zu – der stärkste monatliche Anstieg seit Mai 2020, als die Ölmärkte nach dem Corona-Einbruch eine Erholung erlebten.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher verdeutlicht diese Entwicklung, wie stark geopolitische Ereignisse die globalen Rohstoffmärkte beeinflussen können. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist für die Energieversorgung Europas und Asiens von zentraler Bedeutung.

Phillips 66 betonte, dass der Rechnungsabschluss für das erste Quartal noch nicht abgeschlossen sei. Die tatsächlichen Ergebnisse könnten daher von den vorläufigen Schätzungen abweichen. Eine weitergehende Stellungnahme über die SEC-Mitteilung hinaus lehnte das Unternehmen ab. Die offiziellen Quartalsergebnisse will Phillips 66 im weiteren Monatsverlauf vorlegen.

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