Perpetual Resources verhandelt mit Washington über Finanzierung des Nevada-Wolframprojekts
Perpetual Resources kommt bei den Gesprächen mit US-Behörden über die Finanzierung des Wolframprojekts Nevada Scheelite voran. GreenMet sondiert Fördermöglichkeiten über Verteidigungs- und Handelsministerium, während das Unternehmen sein Projektgebiet deu

Der in Sydney börsennotierte Wolfram-Explorer Perpetual Resources vermeldet Bewegung in den Verhandlungen mit US-Regierungsstellen zur Finanzierung seiner Scheelit-Lagerstätte Nevada Scheelite. Nachdem das Beratungsunternehmen GreenMet zu Beginn des Jahres als strategischer Dienstleister engagiert worden war, fanden Gespräche mit Vertretern des amerikanischen Investmentsektors sowie der Lieferkette für kritische Rohstoffe statt – im Zentrum stand dabei das geplante Vorhaben von Perpetual, künftig als inländischer Wolframlieferant in den USA zu agieren.
GreenMet prüft derzeit verschiedene Optionen zur Kapitalbeschaffung für Nevada Scheelite, wobei insbesondere Programme des US-Verteidigungsministeriums (Department of War) und des US-Handelsministeriums (Department of Commerce) im Fokus stehen. Das Unternehmen meldet erste Signale von Interesse seitens amerikanischer Behörden und weiterer Beteiligter. Angestrebt wird, die gegenwärtig evaluierten Möglichkeiten zu priorisieren und anschließend einen favorisierten Lösungsweg oder eine Kombination mehrerer Wege öffentlich zu benennen.
„GreenMet steht in Kontakt mit strategischen Investoren aus den USA, Vertretern der Verteidigungs- und Kritische-Mineralien-Lieferketten sowie möglichen Abnehmern auf der downstream-Ebene, um ergänzende Finanzierungs-, Beteiligungs- und Abnahmeoptionen auszuloten", erläutert Julian Babarczy, Aufsichtsratsvorsitzender von Perpetual. „Unser Anspruch ist es, eine Finanzierungsarchitektur zu entwickeln, die die schrittweise technische Erschließung von Nevada Scheelite trägt und – abhängig von erfolgreicher Exploration, Ressourcenschätzung und Machbarkeitsstudien – den Weg für eine potenzielle Wiederaufnahme des Betriebs als US-amerikanische Wolframquelle ebnet."
Strategische Finanzierung statt Verwässerung der Aktionäre
Babarczy zufolge gehe es bei den laufenden Bemühungen keineswegs allein um die Identifikation von Fördertöpfen. Vielmehr arbeite man daran, das Projekt innerhalb der heimischen US-Wolframlieferkette zu verankern und zu klären, inwieweit staatliche Mittel sowie weitere strategische Kapitalformen die Projektentwicklung beschleunigen könnten – ohne auf eine Kapitalerhöhung mit Aktionärsgeldern angewiesen zu sein.
Hintergrund dieser Strategie ist die angespannte Versorgungslage der USA bei diesem kritischen Rohstoff. Bemerkenswert ist, dass seit 2015 keine inländische Wolframproduktion mehr in den Vereinigten Staaten stattfindet; das Land deckt seinen Bedarf vollständig über Importe und wiederverwertetes Material. Aufgrund seiner Bedeutung für Verteidigung, Luftfahrt, Schneidwerkzeugtechnik und moderne Fertigungsverfahren hat Washington Wolfram als kritisches Mineral eingestuft.
Zusätzlichen politischen Handlungsdruck erzeugen neue Vergabevorschriften: Ab dem kommenden Jahr dürfen US-Verteidigungsauftragnehmer keine Wolframerzeugnisse mehr einsetzen, die Bestandteile enthalten, welche in China, Russland, Nordkorea oder dem Iran gefördert, veredelt, separiert, geschmolzen oder hergestellt wurden. Dies dürfte die Nachfrage aus den amerikanischen Rüstungslieferketten nach Bezugsquellen aus sicheren Jurisdiktionen spürbar ankurbeln.
Aktionärskapital soll nicht belastet werden
Nach Aussage von Babarczy gehe es bei den laufenden Bemühungen um mehr als die reine Identifikation von Fördertöpfen. Vielmehr arbeite man daran, das Projekt innerhalb der US-amerikanischen Wolframversorgungskette zu verankern und zu klären, inwieweit staatliche Mittel sowie weitere strategische Kapitalformen die Projektrealisierung beschleunigen könnten – ohne auf das Eigenkapital der Aktionäre zurückgreifen zu müssen.
Hintergrund dieser Überlegungen ist die angespannte Versorgungslage der USA bei dem kritischen Rohstoff. Bemerkenswert: Seit 2015 existiert in den Vereinigten Staaten keinerlei heimische Wolframförderung mehr; das Land deckt seinen Bedarf vollständig über Importe und Recyclingmaterial. Wegen seiner Bedeutung für Verteidigung, Luftfahrt, Schneidwerkzeuge und moderne Fertigungstechniken hat die US-Regierung Wolfram offiziell als kritisches Mineral eingestuft.
Zusätzlichen politischen Handlungsdruck erzeugen neue Vergabevorschriften: Ab dem kommenden Jahr dürfen US-Verteidigungsauftragnehmer keine Wolframprodukte mehr einsetzen, deren Materialien in China, Russland, Nordkorea oder dem Iran abgebaut, verarbeitet oder hergestellt wurden. Diese Regelung dürfte die Nachfrage aus den amerikanischen Rüstungslieferketten nach Rohstoffen aus sicheren Herkunftsländern deutlich ankurbeln.
Altstandort mit Patentrechten als Differenzierungsmerkmal
Vor diesem Hintergrund äußert sich Babarczy optimistisch, dass sich Nevada Scheelite von zahlreichen anderen Mineralprojekten in der Frühphase abhebt. Entscheidend sei, dass es sich um eine aufgelassene Wolframgrube mit patentierten Bergbaurechten und ausgedehnten vorhandenen Untertageanlagen handelt. Darüber hinaus verfügt das Vorhaben über einen umfangreichen historischen Datenschatz mit zahlreichen alten Bohrlöchern und Beprobungspunkten.
Auch flächenmäßig expandiert Perpetual: 62 neue Erzbergbaurechte über rund 1.272 Acres in der Umgebung wurden gesichert, wodurch sich das Projektareal von Nevada Scheelite auf das Fünfzehnfache vergrößert hat. Noch vor Jahresende sollen die ersten Bohrungen auf dem Gelände niedergebracht werden.
Für Anleger mit Fokus auf Rohstoffwerte ist das Vorhaben insofern interessant, als Wolfram zu den strategisch relevanten Mineralien zählt, deren Versorgungswege westliche Nationen derzeit verstärkt absichern möchten. Dadurch rücken Projekte in politisch stabilen Jurisdiktionen wie den USA zunehmend ins Blickfeld staatlicher Förderinitiativen und industrieller Abnehmer. Ob Nevada Scheelite tatsächlich von diesem Umfeld profitiert, entscheidet sich allerdings erst anhand der weiteren Explorationsergebnisse und technischen Bewertungen – der favorisierte Finanzierungsweg soll erst nach Abschluss der laufenden Evaluierung festgelegt werden.
