Philippinen beantragen Verlängerung der US-Ausnahme für russisches Öl
Manila ist optimistisch, eine Verlängerung der am 11. April ausgelaufenen Ausnahmegenehmigung für russische Ölkäufe zu erhalten.

Die Philippinen haben die Vereinigten Staaten offiziell um die Verlängerung einer Ausnahmegenehmigung für den Kauf von russischem Öl und Erdölprodukten ersucht. Energieministerin Sharon Garin gab dies am Dienstag in Manila bekannt. Die Ausnahmeregelung war am 11. April ausgelaufen.
Garin zeigte sich zuversichtlich, dass der Antrag Erfolg haben wird. „Wir warten auf ihre Antwort, sind aber sehr zuversichtlich, dieses zusätzliche Zeitfenster zu erhalten", sagte sie bei einem Pressebriefing. Gleichzeitig bereite die Regierung alternative Liefervereinbarungen vor, falls der Antrag abgelehnt werde.
Energiediversifizierung als strategisches Ziel
Die Philippinen verfolgen eine breit angelegte Strategie zur Diversifizierung ihrer Energiequellen. Laut Garin beschränken sich die Versorgungsoptionen des Landes nicht auf Russland. Die Regierung nehme auch Produzenten in Südamerika – darunter Kolumbien und Argentinien – sowie Kanada und die USA ins Visier.
„Wir wollten das russische Fenster öffnen, weil wir mehr Optionen wollen. Wir brauchen Diversifizierung", erklärte die Ministerin. Diese Aussage verdeutlicht, dass es Manila nicht primär um eine Abhängigkeit von russischem Öl geht, sondern um eine möglichst breite Aufstellung bei der Energieversorgung.
Bereits im vergangenen Monat hatte der philippinische Botschafter in den USA, Jose Manuel Romualdez, erklärt, dass Manila mit Washington zusammenarbeite, um Ausnahmegenehmigungen und Befreiungen zu erwirken. Diese sollen es den Philippinen ermöglichen, Öl aus von den USA sanktionierten Ländern zu beziehen.
Steuerpolitik: Marcos setzt Verbrauchssteuer auf Kerosin und Flüssiggas aus
Parallel zur Ölversorgungsfrage hat Präsident Ferdinand Marcos Jr. am Montag die Verbrauchssteuer auf Kerosin und Flüssiggas ausgesetzt. Grundlage dafür sind Notfallbefugnisse, die ihm der Kongress zur Anpassung der Kraftstoffsteuersätze eingeräumt hatte.
Allerdings hat sich das Wirtschaftsberaterteam des Präsidenten gegen eine Ausweitung dieser Maßnahme auf Diesel und Benzin ausgesprochen. Finanzminister Frederick Go erläuterte am Dienstag die Haltung des zuständigen Ausschusses für die Koordinierung des Entwicklungsbudgets: „Der Ausschuss hat festgestellt, dass die Aussetzung der Verbrauchssteuern auf Diesel und Benzin wahrscheinlich keine nennenswerte Entlastung bringen würde, da jede Senkung der Endverbraucherpreise an den Tankstellen marginal wäre und weitgehend durch die vorherrschende Marktdynamik ausgeglichen würde."
Die Entwicklungen auf den Philippinen zeigen, wie stark Schwellenländer im asiatisch-pazifischen Raum zwischen dem Druck westlicher Sanktionspolitik und dem Bedürfnis nach günstiger und sicherer Energieversorgung abwägen müssen. Für deutsche Anleger, die in Energiemärkte oder asiatische Schwellenländer investieren, ist diese geopolitische Dimension der Rohstoffversorgung ein zunehmend relevanter Faktor.
