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Ölpreise fallen auf Monatstief – Iran-Deal nährt Hoffnungen

Hoffnungen auf ein US-Iran-Abkommen drücken die Rohölpreise auf den tiefsten Stand seit über einem Monat.

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Ölpreise fallen auf Monatstief – Iran-Deal nährt Hoffnungen

Die Rohöl-Futures haben ihren niedrigsten Schlussstand seit mehr als einem Monat erreicht. Auslöser sind wachsende Hoffnungen der Anleger, dass die jüngsten Gespräche zwischen den USA und dem Iran zu einer Einigung und damit zur Beendigung des Konflikts führen könnten. Die US-Referenzsorte WTI verlor dabei deutlich an Wert.

Konkret fiel der WTI-Preis um 5,5 Prozent auf 88,68 US-Dollar pro Barrel – der niedrigste Schlusskurs seit dem 17. April. Ein Rückgang dieser Größenordnung innerhalb eines Handelstages gilt am Ölmarkt als erhebliche Bewegung und spiegelt die Sensibilität der Energiemärkte gegenüber geopolitischen Entwicklungen wider.

Experte: Erstmals positive Signale von beiden Seiten

Ajay Parmar, Analyst beim Energie-Analysehaus ICIS, ordnet die Marktreaktion ein: „Dies ist eine stärkere oder länger anhaltende Preisreaktion auf ein potenzielles Abkommen, als wir sie seit dem Waffenstillstand gesehen haben." Er begründet die Intensität der Bewegung damit, dass die Marktteilnehmer diesmal besonders aufmerksam reagieren: „Ich denke, das liegt daran, dass wir zum ersten Mal positive Signale von beiden Seiten erhalten haben."

Parmar sieht mehrere Faktoren, die beide Seiten zu einer Einigung drängen. Die US-Blockade der Straße von Hormus schade dem Iran erheblich, da das Land sein Öl nicht exportieren könne. Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und ein zentraler Korridor für den globalen Öltransport – eine Blockade trifft den Iran daher unmittelbar an seiner wirtschaftlichen Lebensader.

Druck auch auf die USA

Gleichzeitig stehe auch die US-Seite unter Druck. Der Anstieg der Renditen von US-Staatsanleihen sei laut Parmar „wirklich nicht gut für die US-Wirtschaft". Steigende Anleiherenditen verteuern die Kreditaufnahme für Staat, Unternehmen und Verbraucher – ein Umstand, der die US-Regierung ebenfalls zu einer diplomatischen Lösung motivieren könnte.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher sind solche Entwicklungen am Ölmarkt von direkter Relevanz. Rohölpreise beeinflussen nicht nur die Spritpreise an der Zapfsäule, sondern wirken sich auch auf die Produktionskosten vieler Industrien sowie auf die allgemeine Inflationsentwicklung aus. Ein dauerhafter Rückgang der Ölpreise infolge eines möglichen Abkommens könnte somit auch in Europa spürbare Entlastungseffekte haben.

Die Märkte beobachten die Entwicklungen zwischen Washington und Teheran daher mit großer Aufmerksamkeit. Ob die diplomatischen Signale tatsächlich in ein konkretes Abkommen münden, bleibt abzuwarten – die Preisreaktion zeigt jedoch, wie groß die Erwartungen der Investoren bereits sind.

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