Ölpreise vor größtem Wochenverlust seit einem Monat
Sorgen um schwache Nachfrage aus China und politische Spannungen beeinflussen den Markt

Ölpreise stehen vor dem größten Rückgang seit über einem Monat aufgrund von Sorgen um die Nachfrage. Die Öl-Futures sind am Freitag gefallen und befinden sich auf dem Weg zu einem Rückgang von mehr als 6 %. Diese Entwicklung ist auf die Sorgen über eine verlangsamte Wirtschaft in China und ein nachlassendes Risiko durch den Konflikt im Nahen Osten zurückzuführen. Der Preis für Brent-Rohöl sank um 0,6 % auf 73,93 US-Dollar pro Barrel, während der Preis für US West Texas Intermediate (WTI) ebenfalls um 0,6 % auf 70,22 US-Dollar pro Barrel fiel.
Es wird erwartet, dass beide Rohöl-Benchmarks in dieser Woche um mehr als 6 % fallen werden, was den größten wöchentlichen Rückgang seit dem 2. September darstellt. Dies folgt auf die Kürzungen der Prognosen von OPEC und der Internationalen Energieagentur für die weltweite Ölnachfrage in den Jahren 2024 und 2025.
Gleichzeitig haben sich die Befürchtungen über mögliche Vergeltungsangriffe Israels auf den Iran, die Teherans Ölexporte stören könnten, abgeschwächt. In China, dem weltweit größten Ölimporteur, wuchs die Wirtschaft im dritten Quartal langsamer als in den vorherigen Perioden. Trotz besser als erwarteter Verbrauchs- und Industrieproduktionszahlen für September verzeichneten die chinesischen Raffinerien den sechsten monatlichen Rückgang in Folge bei der Raffinerieproduktion.
Den Ölpreisen halfen jedoch die jüngsten Daten der Energy Information Administration (EIA), die zeigten, dass die US-Rohöl-, Benzin- und Destillatbestände in der vergangenen Woche gesunken sind. Zudem stiegen die US-Einzelhandelsumsätze im September stärker als erwartet. Investoren preisen weiterhin eine 92%ige Wahrscheinlichkeit für eine Zinssenkung der US-Notenbank im November ein.
Obwohl positive US-Wirtschaftsdaten einige Wachstumssorgen milderten, bleiben die Märkte angesichts der angespannten Lage im Nahen Osten besorgt. Am Freitag kündigte die libanesische Hisbollah-Miliz an, nach der Tötung des Hamas-Führers Yahya Sinwar in eine neue Eskalationsphase im Krieg gegen Israel einzutreten. Analysten warnen vor möglichen Preissprüngen auf dem Ölmarkt aufgrund dieser anhaltenden Spannungen.
