Nahost-Konflikt treibt Ölpreise – Aktienmärkte zeigen sich widerstandsfähig
US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran schüren Angst vor einer Eskalation im Nahen Osten.

Die Rohölpreise haben am Handelstag kräftig zugelegt, nachdem Berichte über US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran die Märkte aufschreckten. Anleger fürchten eine Ausweitung des Konflikts im Nahen Osten und damit verbundene Störungen der globalen Energieversorgung. Brent-Rohöl, die internationale Referenzsorte, verteuerte sich um 6,7 Prozent.
Im Zentrum der Sorgen steht die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt, durch die rund 20 Prozent des globalen Ölhandels fließen. Eine mögliche Blockade dieser Meerenge würde die Energiemärkte empfindlich treffen. Zusätzlich belasten Befürchtungen über Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten die Stimmung.
Flucht in sichere Häfen
Parallel zum Ölpreisanstieg verzeichneten klassische Krisenwährungen deutliche Zugewinne. Der US-Dollar und der Schweizer Franken profitierten von einer breit angelegten Flucht der Anleger in sichere Häfen. Gold-Futures stiegen ebenfalls um rund 1,2 Prozent – ein klares Signal für erhöhte Risikoaversion an den Märkten.
Die europäischen Gaspreise schnellten sprunghaft in die Höhe und erhielten zusätzlichen Auftrieb durch einen weiteren Schock: Der weltweit größte Produzent von Flüssigerdgas (LNG) stellte seine Produktion ein. Für europäische Verbraucher und Unternehmen, die nach dem russischen Gaslieferstopp ohnehin unter Druck stehen, verschärft sich damit die Lage erneut.
Aktienmärkte zeigen sich erstaunlich robust
Trotz des geopolitischen Schocks hielten sich die Verluste an den US-Aktienmärkten in Grenzen. Der Dow Jones Industrial Average schloss lediglich 0,15 Prozent tiefer. Der technologielastige Nasdaq legte sogar um 0,4 Prozent zu, während der breite S&P 500 nahezu unverändert mit einem minimalen Plus von weniger als 0,1 Prozent aus dem Handel ging.
Zu Handelsbeginn hatten die Indizes noch deutlich nachgegeben, konnten die anfänglichen Verluste aber rasch wieder aufholen. Die Widerstandsfähigkeit der Aktienmärkte deutet darauf hin, dass viele Investoren die Lage als beherrschbar einschätzen – zumindest vorerst. Für deutsche Anleger bleibt die Entwicklung im Nahen Osten dennoch ein zentrales Risiko, das die Energiepreise und damit die Unternehmensgewinne in Europa belasten könnte.
