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MOL erwartet Wiederaufnahme der Druschba-Pipeline nächste Woche

Ungarns Ölkonzern MOL rechnet laut dem designierten Ministerpräsidenten Magyar mit baldiger Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen.

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MOL erwartet Wiederaufnahme der Druschba-Pipeline nächste Woche

Ungarns scheidender Ministerpräsident Viktor Orbán und die Slowakei befinden sich seit Wochen in einem Streit mit der Ukraine über die Unterbrechung russischer Öllieferungen durch die Druschba-Pipeline. Kiew gibt einen russischen Angriff Ende Januar als Ursache für den Ausfall an. Die Ukraine erklärte, dass die Reparaturen Zeit in Anspruch nähmen – während Budapest und Bratislava der ukrainischen Seite vorwerfen, den Prozess absichtlich zu verzögern.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich diese Woche optimistisch: Die Druschba-Pipeline solle bis Ende des Monats wieder betriebsbereit sein. Diese Aussage deckt sich mit Informationen, die MOL-CEO Zsolt Hernádi dem designierten ungarischen Ministerpräsidenten Péter Magyar übermittelt hat.

Neue Regierung, alte Energieprobleme

Magyar, dessen Mitte-Rechts-Partei Tisza bei der Wahl am 12. April eine große Mehrheit errang und damit die 16-jährige Herrschaft Orbáns beendete, gab bekannt, dass Hernádi ihm mitgeteilt habe, man rechne „basierend auf Informationen ihrer Partner mit einer Wiederaufnahme des Betriebs der Druschba-Ölpipeline in der nächsten Woche". Magyar wird sein Amt voraussichtlich am 9. oder 10. Mai antreten.

Darüber hinaus plant MOL-Chef Hernádi eine Reise nach Russland, um direkt über die Öllieferungen zu verhandeln. Magyar erläuterte den Hintergrund dieser Mission: „Sie werden über verschiedene Themen sprechen, und sie werden definitiv darüber sprechen, dass es nicht ausreicht, die Pipeline wieder in Betrieb zu nehmen, da sie auch Öl benötigt." Weiter sagte Magyar: „Sie werden erörtern müssen, ob Ungarn trotz der aktuellen Ereignisse mit einer reibungslosen Ölversorgung rechnen kann."

Adria-Pipeline als Notlösung

Während die Druschba-Leitung ausgefallen ist, mussten MOL und seine slowakische Tochterraffinerie Slovnaft verstärkt auf Lieferungen über die Adria-Pipeline aus Kroatien zurückgreifen. Diese Alternative ist jedoch aufwendiger und teurer als die direkte Versorgung über die Druschba-Route.

Die Situation wird durch die globale Marktlage zusätzlich erschwert. Die Ölpreise sind stark gestiegen, seit US-amerikanische und israelische Angriffe auf den Iran Ende Februar Konflikte im Nahen Osten auslösten und die internationalen Energiemärkte erschütterten. Für Ungarn und die Slowakei, die beide weiterhin stark von russischem Öl abhängig sind, verschärft dies den Druck erheblich.

Abhängigkeit von russischem Öl bleibt bestehen

Ungarn und die Slowakei gehören zu den wenigen EU-Mitgliedstaaten, die trotz der europäischen Bemühungen zur Reduzierung russischer Energieimporte weiterhin auf Lieferungen aus Moskau angewiesen sind. Seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 drängt die EU auf eine schrittweise Abkehr von russischen Energieträgern – doch für Länder wie Ungarn und die Slowakei, deren Raffinerien auf russisches Rohöl ausgelegt sind, gestaltet sich dieser Umbau als besonders schwierig.

Die Druschba-Pipeline ist eine der längsten Ölpipelines der Welt und versorgt seit Jahrzehnten Teile Mittel- und Osteuropas mit russischem Rohöl. Eine dauerhafte Unterbrechung hätte weitreichende Folgen für die Energieversorgungssicherheit der betroffenen Länder – weshalb sowohl Budapest als auch Bratislava auf eine rasche Lösung drängen.

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