Macron: US-Ausnahmen bei Russland-Ölsanktionen sind temporär und begrenzt
Frankreichs Präsident betont G7-Einigkeit trotz US-Sonderregelung für russisches Öl auf See.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat am Freitag klargestellt, dass die von den USA gewährten Ausnahmeregelungen bei Sanktionen gegen russisches Öl vorübergehender und begrenzter Natur seien. Macron äußerte sich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Paris mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Er unterstrich dabei die fortbestehende Einigkeit der G7-Staaten in der Sanktionspolitik gegenüber Russland.
Die USA hatten zuvor eine 30-tägige Ausnahmeregelung erlassen, die es Ländern erlaubt, sanktioniertes russisches Öl und Erdölprodukte zu erwerben, die auf See festsitzen. Washington begründete den Schritt mit dem Ziel, den zuletzt gestiegenen Ölpreisen entgegenzuwirken. Die Maßnahme gilt damit ausdrücklich nicht als generelle Lockerung der Russland-Sanktionen.
G7-Position bleibt unverändert
Macron betonte, dass die gemeinsame Haltung der G7 weiterhin auf Aufrechterhaltung der Sanktionen gegen Russland ausgerichtet sei. Frankreich und die europäischen Partner beabsichtigten, diese Sanktionen beizubehalten, da die aktuelle Lage eine Aufhebung nicht rechtfertige. Der Nahost-Konflikt ändere an dieser Grundposition nichts.
Der US-Schritt stieß in Europa auf geteiltes Echo. Deutschland und weitere europäische Verbündete äußerten am Freitag Kritik an der Ausnahmeregelung. Moskau hingegen begrüßte die Entscheidung Washingtons ausdrücklich.
Für deutsche Anleger und Energiemärkte ist die Entwicklung bedeutsam: Die kurzfristige Ausnahme könnte die Ölpreise vorübergehend dämpfen, ohne jedoch die strukturelle Sanktionsarchitektur gegen Russland zu verändern. Europa hält an seiner Linie fest, russische Energieimporte langfristig zu reduzieren und zu ersetzen.
