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Li prüft Seltene Erden und sendet Signal

Peking betont strategische Rohstoffe, während Washington mit Mineralien-Block und Preisuntergrenzen Gegenmacht aufbaut

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Li prüft Seltene Erden und sendet Signal

Seltene Erden sind längst kein Nischenthema mehr – sie sind ein politisches Druckmittel. Wenn Chinas Premier Li Qiang kurz vor den Neujahrsfeiertagen Produktionslinien und Labore inspiziert, ist das deshalb weniger Routine als Botschaft: Peking erinnert daran, wer bei strategischen Mineralien den längeren Hebel haben kann.

Li besuchte nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua am Dienstag Anlagen und Unternehmen der Seltene-Erden-Industrie in der südlichen Provinz Jiangxi. Solche Vor-Ort-Termine vor dem chinesischen Neujahr gelten in der Führung traditionell als Schaufenster für Prioritäten – und diesmal schimmerte durch, wie sehr sich der Rohstoffzugang in den Machtpoker mit Washington hineingefressen hat. Komponenten, ohne die Autos, Smartphones und ganze Lieferketten nicht laufen, sind eben mehr als Ware.

Das Signal hinter den Sätzen

In Xinhua-Zitaten betonte Li den „wichtigen Wert“ Seltener Erden für „fortgeschrittene Fertigung“ sowie die „grüne und kohlenstoffarme Transformation“. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Das klingt nach Industriepolitik – und zugleich nach einer Erinnerung an die jüngste Eskalation. Denn Hersteller waren laut Reuters im vergangenen Jahr in Turbulenzen geraten, als China die Exportkontrollen für Seltene Erden verschärfte, nachdem die USA chinesische Investitionen in den Vereinigten Staaten weiter eingeschränkt hatten. Seltene Erden sind außerdem zentral für die Herstellung von Waffen; der geopolitische Unterton ist damit kaum zu überhören.

Li sprach in den aufgezeichneten Äußerungen zwar nicht direkt über die USA. Dennoch legen Analysten laut Reuters nahe, dass der Wettlauf um langfristigen Zugriff auf kritische Mineralien härter wird – und Peking seine Position ausbauen könnte. Im Raum steht demnach sogar eine mögliche Gesetzgebung, die Unternehmen verpflichten würde, schon bei der Nutzung kleinster Mengen chinesischer Seltener Erden ihre Absichten beim Handelsministerium zu melden. Das wäre kein Detail, sondern potenziell ein neues Instrument, um Entscheidungen globaler Konzerne mitzuprägen.

Parallel dazu zieht Washington an der nächsten Schraube: US-Vizepräsident JD Vance stellte laut Reuters in der vergangenen Woche Pläne vor, Verbündete in einen bevorzugten Handelsblock für kritische Mineralien einzubinden – inklusive koordinierter Preisuntergrenzen. Die entscheidende Frage lautet nun: Wird aus der Rohstoffpolitik ein dauerhaftes Regelwerk, das Lieferketten neu sortiert – oder bleibt es vorerst bei Drohkulissen, die bei Bedarf wieder hochgezogen werden?

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