Streik-Ende in Chile: Capstone fährt Mantoverde wieder hoch
Die größte Gewerkschaft stimmt einem Dreijahresvertrag zu – nach Wochen im Notbetrieb soll die Kupfer-Gold-Mine zurück zur Vollproduktion

Ein Streik kann eine Mine binnen Tagen aus dem Tritt bringen – und genau dieses Risiko hat Capstone Copper in Chile nun erst einmal vom Tisch. Beim Kupfer-Gold-Projekt Mantoverde hat die größte Gewerkschaft einem neuen Dreijahresvertrag zugestimmt. Damit endet ein Arbeitskampf, der seit dem 2. Januar lief und die Produktion auf rund 55% gedrückt hatte.
Auffällig ist, wie konsequent das Unternehmen nun auf „Normalbetrieb“ umstellt: Capstone spricht davon, inzwischen mit allen vier Gewerkschaften am Standort neue Verträge ausgehandelt zu haben. Treiber des Konflikts war Union No. 2, die rund 645 Mitarbeiter und damit etwa die Hälfte der direkten Belegschaft vertritt. Details zur neuen Zahlungsregelung oder zu weiteren Konditionen nennt Capstone allerdings nicht.
Was der Markt daraus macht
Trotz der Entspannung blieb die Börse kühl. Die in Australien gehandelten Depositary Receipts fielen zeitweise um bis zu 3,9% auf A$ 15,430 – der tiefste Stand seit dem 23. Januar. Man kann es drehen und wenden, wie man will: Wenn die entscheidenden Vertragsdetails fehlen, bleibt Raum für Zweifel – und genau das mögen Anleger in angespannten Rohstoffwerten selten.
Für den Weltmarkt ist Mantoverde mit rund 0,4% der globalen Produktion kein Schwergewicht. Aber für Capstone zählt jeder stabile Fördertag: 2025 meldete die Mine 62.308 Tonnen Kupferkonzentrat und 32.807 Tonnen Kupferkathoden. Capstone hält 70% an Mantoverde, Mitsubishi Materials die restlichen 30%. Die entscheidende Frage lautet nun: Wie schnell gelingt die Rückkehr zur vollen Leistung – und ob die Ruhe im Betrieb diesmal hält.
