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Kongo zentralisiert Geodaten: Staatliche Kontrolle über Rohstoff-Exploration nimmt zu

Der Kongo baut eine nationale geologische Datenbank auf, um die Kontrolle über Explorationsdaten zu verschärfen und den staatlichen Einfluss auf künftige Rohstoffvorkommen auszuweiten. Für Rohstoff-Anleger wird die Transparenz und Fairness des Datenzugang

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Kongo zentralisiert Geodaten: Staatliche Kontrolle über Rohstoff-Exploration nimmt zu

Die Demokratische Republik Kongo verschärft ihren Zugriff auf geologische Daten, die milliardenschwere Explorationsbudgets im Bergbausektor lenken. Mit diesem Schritt möchte Kinshasa den staatlichen Einfluss auf die Erschließung künftiger Rohstofflagerstätten ausbauen und gleichzeitig das Risiko bei der Suche nach neuen Vorkommen verringern. Das Vorhaben solle die Position des Landes als weltweit führender Kobaltproduzent und zweitgrößter Kupferlieferant weiter festigen, berichtete ein Regierungsvertreter gegenüber Reuters, gestützt von sieben Quellen aus der Branche.

Ein landesweites Programm zur geologischen Erfassung hat in diesem Jahr spürbar an Fahrt aufgenommen, nachdem im Januar ein Vertrag mit der spanischen Firma Xcalibur über 180 Millionen US-Dollar in Kraft getreten war. Xcalibur gilt international als führendes Unternehmen für die Kartierung von Geodaten. Das Projekt erfasst mittels luftgestützter geophysikalischer Messungen, digitalisierter Daten und hochentwickelter Analyseverfahren mehr als 700.000 Quadratkilometer, um Explorationsziele zu identifizieren und bislang unerforschte Gebiete zugänglich zu machen, erläuterte Raoul Wazenga Vitima, Generaldirektor des nationalen Geologischen Dienstes des Kongo (SGNC).

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen in eine nationale geologische Datenbank einfließen, die voraussichtlich bis Ende 2026 vollständig einsatzbereit sein wird. Obwohl der Kongo über die reichhaltigsten Lagerstätten an Kupfer, Kobalt, Lithium, Tantal und Gold verfügt, zählt er zu den am wenigsten erkundeten großen Bergbauregionen der Welt: Nach Schätzungen der SGNC sind lediglich rund 20 Prozent des Landes systematisch exploriert.

Geodaten als strategisches Staatsgut

Anders als in etablierten Bergbauregionen wie Australien plant der Kongo, die Zugangskontrolle zur Datenbank in staatlicher Hand zu belassen. Basisinformationen zur Geologie sollen kostenfrei bereitgestellt werden, während der Zugriff auf sensiblere Datensätze gebührenpflichtig wird. „Die im Rahmen dieser Programme erhobenen Daten sind ein strategisches Vermögensgut des kongolesischen Staates“, betonte Vitima. Anträge auf Datenzugriff würden sowohl nach den Erfordernissen der Investoren als auch zum Schutz der „strategischen Interessen“ des Kongo geprüft.

Die Ausgaben für Explorationen stiegen nach dem Ende des Bürgerkriegs (1998–2003) kräftig an und erreichten 2012 mit 389,2 Millionen US-Dollar einen Rekordwert – verglichen mit 57 Millionen US-Dollar im Jahr 2005. Im Jahr 2024 steckten Unternehmen 130,7 Millionen US-Dollar in die Explorationsarbeit, der höchste Wert in Afrika. Die Aktivitäten konzentrieren sich jedoch weiterhin auf den Kupfer-Kobalt-Gürtel der Provinzen Lualaba und Haut-Katanga, während weite Landesteile nach wie vor schlecht kartiert sind.

Die Initiative kommt in einer Phase intensiven Wettbewerbs zwischen den USA und China um die Versorgung mit kritischen Rohstoffen. Beide Nationen haben separate Abkommen mit Kinshasa geschlossen, um die Zusammenarbeit im Bergbausektor zu intensivieren. Vitima stellte klar, die Datenbank diene nicht der Bevorzugung Chinas oder der USA: Ziel sei es, die Basis der Bergbauinvestoren zu verbreitern und allen Unternehmen unabhängig von ihrer Herkunft dieselben Zugangsbedingungen zu gewähren.

Von Exportbeschränkungen zu Geodaten

Der Kongo hat bereits unter Beweis gestellt, dass er globale Rohstoffmärkte durch staatliche Eingriffe beeinflussen kann. Ein im Februar 2025 verhängtes Kobalt-Exportverbot – die Preise lagen damals bei einem Zehnjahrestief von rund 10 Dollar pro Pfund – trug zusammen mit einem Quotensystem dazu bei, den Markt von einem Überangebot in ein Defizit zu überführen und die Preise auf etwa 26 Dollar pro Pfund anzuheben. Analysten und Bergbau-Manager halten die Kontrolle über geologische Daten langfristig womöglich für noch bedeutsamer.

Die Kobaltreserven des Kongo sind zwischen 2000 und 2025 um über 76 Prozent auf geschätzt sechs Millionen Tonnen gewachsen – mehr als die Hälfte der weltweit bekannten Reserven, so der United States Geological Survey. Eine stärkere Kontrolle über Geodaten könnte Kinshasa in die Lage versetzen, zu bestimmen, wohin Explorationskapital fließt und welche künftigen Vorkommen an Kupfer, Kobalt und Germanium erschlossen werden, erklärten drei Bergbau-Manager und ein Geologe. „Die Kontrolle über geologische Daten wird zunehmend zu einem strategischen politischen Instrument“, sagte Mark Jessell von der University of Western Australia.

Der Kongo steht mit diesem Ansatz nicht allein da: Auch Kanada und Saudi-Arabien streben eine Bündelung geologischer Daten an. Saudi-Arabien setzt laut Vitima ebenfalls auf Xcalibur für die nationale Kartierung, während Riad seine Wirtschaft weg von Kohlenwasserstoffen diversifiziert. Eine Studie aus Westaustralien aus dem Jahr 2015 ergab, dass jeder in staatliche Geowissenschaften investierte australische Dollar zusätzliche private Explorationsausgaben in Höhe von 19,8 australischen Dollar auslöste.

Das US-Unternehmen KoBold Metals hat mehr als 260.000 Seiten historischer geologischer Aufzeichnungen des Kongo öffentlich zugänglich gemacht. Zudem bestehen Partnerschaften mit der französischen BRGM, dem südafrikanischen Council for Geoscience, KoBold Metals, Atlas Park, dem japanischen Solafune und dem belgischen AfricaMuseum. Die eigentliche Bewährungsprobe für das System werde sein, „ob die Regierung ihre Regeln zur Freigabe von Daten fair und offen anwendet, anstatt Insidern frühen Zugang zu gewähren“, sagte Moise Liboto Makuta vom Natural Resource Governance Institute.

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