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Kohle-Comeback: Nahost-Krieg treibt globale Rückkehr zur Kohle

Der Iran-Krieg blockiert die Straße von Hormus und unterbricht 20% der weltweiten LNG-Lieferungen – Kohle springt als Ersatz ein.

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Kohle-Comeback: Nahost-Krieg treibt globale Rückkehr zur Kohle

Der Krieg im Nahen Osten zwingt Länder weltweit zur Rückkehr zu einer Energiequelle, die viele bereits überwunden glaubten: Kohle. Nachdem der Iran-Konflikt die Straße von Hormus faktisch geschlossen hat, sind rund 20 Prozent der weltweiten Flüssigerdgas-Lieferungen (LNG) unterbrochen. Staaten in Asien und Europa greifen nun auf die stark umweltbelastende, aber zuverlässige Energiequelle zurück.

Taiwan hat stillgelegte Kohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen. Südkorea steigerte die aus Kohle erzeugte Strommenge im vergangenen Monat um mehr als ein Drittel. Auch in Europa reagiert man: Italien hat seine Kohlekraftwerke in Bereitschaft versetzt, während sich das Land auf einen lang anhaltenden Energieschock vorbereitet.

Kohlepreise steigen deutlich

Die Spotpreise für Kohle im australischen Hafen von Newcastle – einem der wichtigsten Lieferanten für den asiatischen Markt – sind seit Kriegsbeginn um 12 Prozent gestiegen. Diese Benchmark überstieg Mitte März kurzzeitig die Marke von 140 US-Dollar pro Tonne und erreichte damit den höchsten Stand seit Ende 2024. Zum Vergleich: Im Zuge der russischen Invasion in der Ukraine im Jahr 2022 waren die Preise auf bis zu 440 US-Dollar pro Tonne geklettert – das aktuelle Niveau liegt also noch weit darunter.

Tony Knutson, Leiter der Märkte für Kraftwerkskohle beim Beratungsunternehmen Wood Mackenzie, erklärt die Dynamik klar: „Kohle fungiert derzeit als Puffer-Brennstoff. Im Vergleich zu LNG ist sie unabhängig von der Geopolitik. Sie dient als Absicherung." Und weiter: „Solange der Konflikt andauert und die Meerenge geschlossen bleibt, wird Kohle diese Lücke füllen."

Globale Folgen des Nahost-Konflikts

Der Trend zur Rückkehr zur Kohle ist das jüngste Anzeichen dafür, wie sich die wirtschaftlichen Folgen des Konflikts im Nahen Osten weltweit auswirken. Die Unterbrechung der LNG-Versorgung trifft besonders energieintensive Volkswirtschaften in Asien hart, die stark auf Flüssigerdgas angewiesen sind. Kohle bietet hier einen entscheidenden Vorteil: Sie ist über Seewege weltweit verfügbar und weniger anfällig für geopolitische Engpässe an einzelnen Meerengen.

Für deutsche und europäische Anleger ist die Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Zum einen könnten steigende Energiepreise die Inflation erneut anheizen und die Konjunktur belasten. Zum anderen rücken Kohleunternehmen und entsprechende Rohstoffmärkte wieder stärker in den Fokus – zumindest solange der Konflikt anhält.

Der Trend hat jedoch auch eine ökologische Dimension. Die verstärkte Nutzung von Kohle dürfte die globalen CO₂-Emissionen kurzfristig erhöhen und steht im Widerspruch zu den Klimazielen vieler Länder. Experten warnen, dass ein längerer Konflikt die Energiewende spürbar verlangsamen könnte.

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