Kanadas Green Manganese gewinnt mehrere Rohstoffe aus Tiefseeknollen
Green Manganese Technologies hat hydrometallurgische Tests erfolgreich abgeschlossen und kann mehrere kritische Metalle aus Tiefseeknollen in einem integrierten Prozess mit über 90 Prozent Ausbeute gewinnen, wobei der Energieverbrauch um bis zu 80 Prozent

Das in Kanada ansässige Unternehmen Green Manganese Technologies vermeldet einen wichtigen Fortschritt bei der Aufbereitung von polymetallischen Tiefseeknollen. Wie das Unternehmen bekanntgab, seien die ersten metallurgischen Testläufe erfolgreich absolviert worden. Sie belegten, dass das firmeneigene hydrometallurgische Verfahren in der Lage sei, mehrere kritische Metalle aus den Knollen in einem einzigen, durchgängigen Prozess zu extrahieren.
Polymetallische Knollen, die lose auf dem Meeresgrund liegen, enthalten Nickel, Kobalt, Kupfer und Mangan. Diese Rohstoffe sind essenziell für die weltweiten Lieferketten der Batterie-, Elektronik- und Rüstungsindustrie. Obwohl das Interesse an marinen Mineralvorkommen zunimmt, stellt die effiziente Aufbereitung der komplexen Metallmatrix in den Knollen nach wie vor das größte Hindernis für eine kommerzielle Nutzung dar.
Deutlich niedrigerer Energieverbrauch
Anders als herkömmliche Verarbeitungswege, die auf mehrstufigen pyrometallurgischen Schmelzprozessen beruhen, verfolgt Green Manganese eine alternative Strategie. Bei der klassischen Methode werden die Knollen nacheinander geröstet und geschmolzen, um eine Nickel-Kupfer-Kobalt-Legierung von einer Mangansilikatschlacke zu trennen. Das Unternehmen gibt an, dass seine hydrometallurgische Plattform darauf ausgelegt sei, alle wesentlichen kritischen Metalle in einem zusammenhängenden Prozess zu gewinnen.
Dadurch, dass Tauchbogenöfen (SAF), Elektrolyse und mehrstufige Konvertierungsschritte komplett entfallen, benötige das Verfahren von Green Manganese bis zu fünfmal weniger Energie. Gleichzeitig erziele es eine Ausbeute von über 90 Prozent bei Mangan, Nickel, Kobalt und Kupfer. Die selektive Auflösung der Manganminerale setze die damit verbundenen kritischen Metalle in einer einheitlichen Prozesslösung frei.
Weitere Erlösquellen erschlossen
Ein zusätzlicher Vorzug des Prozesses: Eisenminerale werden in Hämatit umgewandelt, was die anschließende Handhabung erleichtert. Dies eröffne einen weiteren Wertschöpfungsstrom für die Gewinnung von Eisen, Titan und Seltenen Erden und optimiere so die Gesamtausbeute der Ressourcen.
Alexey Demykin, CEO von Green Manganese Technologies, unterstrich die Tragweite des Verfahrens: „Was polymetallische Knollen so interessant macht, ist die Tatsache, dass mehrere kritische Metalle in einem einzigen Gestein konzentriert vorkommen.“ Statt ein Mehrmetall-Erz der nächsten Generation in überholte Technologien zu pressen, die für einzelne Rohstoffe entwickelt wurden, sei in dieser neuen Ära der kritischen Mineralien ein grundlegender Wandel in der Aufbereitung nötig.
„Indem wir Mangan, Nickel, Kobalt und Kupfer in einem integrierten hydrometallurgischen Kreislauf gewinnen, umgehen wir energieintensive thermische Schritte vollständig und schaffen einen effizienten, emissionsarmen Weg zu mehreren hochpreisigen Produkten“, so Demykin.
Basis für Pilotanlage
Green Manganese erklärte, dass seine hydrometallurgische Plattform auf spezialisierter Manganchemie basiert, um Zielmetalle aus komplexen, manganhaltigen Materialien zu lösen. Da Entwickler von Tiefsee-Ressourcen der kommerziellen Gewinnung immer näher kommen, zeige das Unternehmen mit seinen Ergebnissen einen praktikablen Weg auf, die Verarbeitung von Knollen zu vereinfachen. Damit schaffe Green Manganese die Grundlage für weiterführende Pilotversuche und kommerzielle Partnerschaften.
Die Nachfrage nach den in den Knollen enthaltenen Metallen dürfte in den kommenden Jahren weiter zulegen. Vor allem Nickel und Kobalt sind unverzichtbare Bestandteile von Lithium-Ionen-Batterien für Elektroautos. Sollte sich das Verfahren von Green Manganese im industriellen Maßstab behaupten, könnte es einen wesentlichen Beitrag zur Diversifizierung der Lieferketten für kritische Rohstoffe leisten – ein Thema, das auch für Rohstoffanleger zunehmend an Bedeutung gewinnt.
