Irankrieg treibt Abflüsse aus US-Aktienfonds in zweiter Woche
Anleger ziehen erneut Milliarden aus US-Aktienfonds ab – Ölpreisschock und Stagflationsangst belasten die Stimmung erheblich.

US-Aktienfonds verzeichneten in der Woche bis zum 11. März Nettoabflüsse von 7,77 Milliarden US-Dollar. Damit setzt sich der Verkaufsdruck aus der Vorwoche fort, als Anleger noch 21,91 Milliarden Dollar abgezogen hatten. Auslöser sind iranische Angriffe auf Energieinfrastruktur im Nahen Osten sowie auf Öltanker, die die globalen Ölmärkte in die schwerste Versorgungskrise ihrer Geschichte stürzten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Daten von LSEG Lipper.
Der US-Rohölpreis schnellte am Donnerstag um 9,7 Prozent nach oben. Seit Monatsbeginn summieren sich die Gewinne damit auf rund 42,88 Prozent. Der Schiffsverkehr im Persischen Golf und in der strategisch wichtigen Straße von Hormus kam nahezu zum Erliegen – mit weitreichenden Folgen für die globale Energieversorgung und die Inflationserwartungen.
Starke Abflüsse bei Large Caps und Growth-Fonds
Besonders hart traf es Large-Cap-Fonds mit Nettoabflüssen von 20,98 Milliarden Dollar. Mid-Cap- und Small-Cap-Segmente verloren 405 Millionen beziehungsweise 8 Millionen Dollar. Einzig Multi-Cap-Fonds verzeichneten mit 9,32 Milliarden Dollar wöchentliche Nettozuflüsse und stemmten sich damit gegen den allgemeinen Trend.
Bei Growth-Fonds zogen Anleger 4,48 Milliarden Dollar ab. Value-Fonds hingegen blieben die fünfte Woche in Folge gefragt und verbuchten Zuflüsse von 2,91 Milliarden Dollar. Dieser Trend spiegelt die Risikoaversion der Investoren wider: In unsicheren Zeiten bevorzugen sie substanzstarke Unternehmen mit stabilen Bewertungen gegenüber wachstumsorientierten Titeln.
Anleihen und Geldmarkt als sicherer Hafen
Rentenfonds blieben die zehnte Woche in Folge gefragt und verzeichneten Zuflüsse von 8,21 Milliarden Dollar. Kurz- bis mittelfristige Staats- und Treasury-Fonds zogen 4,05 Milliarden Dollar an – der höchste wöchentliche Wert seit dem 24. Dezember. Investment-Grade-Fonds und Kommunalanleihenfonds verbuchten zusätzlich 2,77 Milliarden beziehungsweise 614 Millionen Dollar an Nettokäufen.
Auch US-Geldmarktfonds profitierten vom Risikoabbau und verzeichneten Zuflüsse von rund 1,5 Milliarden Dollar – bereits die vierte Woche in Folge mit Nettokäufen. Das Bild ist eindeutig: Anleger flüchten aus risikobehafteten Aktienanlagen in sichere Häfen. Für deutsche Investoren mit US-Exposure bedeutet die Kombination aus Ölpreisschock, Stagflationsrisiko und geopolitischer Unsicherheit erhöhte Wachsamkeit.
