Holtec-Börsengang: Atomkraft-Spezialist peilt 10,2 Milliarden Dollar Marktwert an
Der Nukleartechnologiekonzern Holtec will mit einem Börsengang an der US-Börse bis zu 900 Millionen Dollar einsammeln und eine Bewertung von 10,2 Milliarden Dollar erreichen. Das Unternehmen profitiert vom wachsenden Strombedarf durch Rechenzentren und re

Holtec, ein Unternehmen aus dem Nukleartechnologiesektor, visiert beim Börsengang an der US-Börse eine Marktkapitalisierung von maximal 10,2 Milliarden US-Dollar an. Dies gab die Gesellschaft aus Camden, New Jersey, am Dienstag bekannt, während an der Wall Street nach dem Labor Day die traditionsgemäß intensive Herbstsaison für Neuemissionen anläuft.
Der Konzern plant, bis zu 900 Millionen Dollar über die Platzierung von 50 Millionen Aktien zu einem Preiskorridor zwischen 15 und 18 Dollar pro Anteilsschein zu erlösen. Der Herbst gilt erfahrungsgemäß als eine der umsatzstärksten Perioden für Börsengänge, da die Märkte sich von der sommerlichen Zurückhaltung erholen.
Die IPO-Landschaft im Herbst
"Jene Unternehmen, die als Erste an die Börse drängen, geben auch die Richtung vor. Erfolgreiche Platzierungen könnten weitere Notierungen nach sich ziehen, wohingegen überteuerte Transaktionen oder schwache Sekundärmarktentwicklungen das Zeitfenster schließen könnten", erläutert Lukas Muehlbauer, Research Associate bei IPOX Research. Makroökonomische Kennzahlen, die allgemeine Marktverfassung sowie die anstehende Fed-Sitzung in diesem Monat werden den IPO-Markt künftig antreiben, so Muehlbauer weiter. Die Midterm-Wahlen in diesem Jahr dürften nach Einschätzung des Experten lediglich eine untergeordnete Rolle spielen.
Die Notierung von Holtec reiht sich in eine Serie von Kernkraft-IPOs im laufenden Jahr ein, da Unternehmen in diesem Segment zunehmend von SPAC-Fusionen auf klassische Börsengänge umschwenken. X-energy und Standard Nuclear haben bereits in diesem Jahr den Weg über konventionelle IPOs gewählt, während der Nuklearkonzern Westinghouse ebenfalls einen vertraulichen Antrag auf ein Listing in New York eingereicht hat. Der Sektor drängt somit verstärkt auf die öffentlichen Kapitalmärkte.
Die Nachfrage nach Atomstrom hat zuletzt spürbar angezogen: Der Ausbau von Rechenzentren treibt den Stromverbrauch in die Höhe, belastet die US-amerikanischen Stromnetze und belebt das Interesse an Kernreaktoren neu. Diese Entwicklung dürfte auch bei der Platzierung von Holtec eine Rolle spielen, da Investoren die langfristigen Absatzperspektiven der Branche bewerten.
Vom Nischenplayer zum Börsenkandidaten
Holtec wurde 1986 von Krishna Singh gegründet und hat sich auf Felder wie Wärmetransport und Reaktorkomponenten, die Aufbewahrung abgebrannter Brennelemente sowie die Stilllegung von Kernkraftwerken spezialisiert. Das Unternehmen entwickelt zudem kleine modulare Reaktoren (SMR), wobei die ersten beiden Einheiten voraussichtlich am Standort Palisades zum Einsatz kommen sollen.
Darüber hinaus arbeitet Holtec an der Wiederinbetriebnahme des stillgelegten 800-Megawatt-Kraftwerks Palisades. Ein Gelingen wäre ein Novum: Es wäre der erste kommerzielle US-Reaktor, der nach Abschaltung wieder ans Netz geht.
J. P. Morgan, Guggenheim Securities, Goldman Sachs, Citigroup und BofA Securities agieren als gemeinsame federführende Bookrunner. Holtec wird an der Nasdaq sowie an der Nasdaq Texas unter dem Symbol "HNUC" gelistet. Der Ausgang der Platzierung wird mit Spannung verfolgt, gilt der Deal doch als Gradmesser für die weitere IPO-Saison.
