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Gold-Bitcoin-Korrelation auf Rekordniveau: Signal für Rohstoff-Anleger?

Die Korrelation zwischen Bitcoin und Gold hat fast ein Rekordhoch erreicht, doch Rohstoff-Anleger sollten die fundamentalen Unterschiede beachten: Gold ist ein physischer Wertspeicher mit Jahrtausende alter Geschichte, während Bitcoin ein digitales Asset

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Gold-Bitcoin-Korrelation auf Rekordniveau: Signal für Rohstoff-Anleger?

Die Übereinstimmung der Kursbewegungen von Bitcoin und Gold hat fast einen historischen Höchststand erreicht. Dies verleitet manche Investoren zu der Annahme, die digitale Währung sei eine moderne Variante des Edelmetalls. Ein differenzierter Blick auf die grundlegenden Eigenschaften beider Anlageklassen offenbart jedoch: Es ist riskant, Bitcoin und Gold gleichzusetzen.

Der Zeitpunkt dieser Entwicklung ist auffällig. Kürzlich warnte JPMorgan-Chef Jamie Dimon davor, dass sich „Risiken unter der Oberfläche verschieben wie tektonische Platten“, die bei ihrer Bewegung oder Kollision „bedeutende Störungen verursachen“ könnten. In diesem Umfeld treiben Marktteilnehmer den Goldpreis in die Höhe, auf der Suche nach einem sicheren Hafen für den Fall wirtschaftlicher Erschütterungen. Die wachsende Korrelation von Bitcoin mit Gold schürt nun die Erwartung, dass auch die Kryptowährung als Schutz dienen könnte.

Gold besitzt materielle Substanz, Bitcoin nicht

Der entscheidende Grund für die Flucht der Anleger in Gold in Krisenzeiten ist seine stoffliche Beschaffenheit. Gold ist ein greifbarer Vermögensgegenstand mit einer jahrhundertealten Tradition als Wertaufbewahrungsmittel. Aufgrund seiner elektrischen Leitfähigkeit und Verformbarkeit wird es außerdem in der Schmuckbranche und für industrielle Zwecke genutzt. Wesentlich ist jedoch: Historische Erfahrungen zeigen, dass Gold bei einem plötzlichen Kollaps des globalen Finanzsystems als Tauschmittel dienen könnte.

Bitcoin hingegen existiert nur digital. Sein Wert ergibt sich allein daraus, wie viel andere dafür zu zahlen bereit sind. Zwar wird die Kryptowährung als Zahlungsmittel beworben, doch die meisten Menschen können sie im Alltag kaum einsetzen. Auch als Wertspeicher wird Bitcoin angepriesen – allerdings ist seine Existenz sehr kurz und sein Kurs war extrem schwankungsanfällig. Besonders offenkundig wird der Unterschied in einem Extremszenario: Bei einem Stromausfall ließe sich nicht auf Bitcoin zugreifen. Der Besitz von Bitcoin ist nicht identisch mit dem Besitz einer Goldmünze.

Wer sich gegen den absoluten Ernstfall wappnen möchte, für den ist eine enge Korrelation von Bitcoin zu Gold daher kaum aussagekräftig. Anders verhält es sich, wenn Anleger lediglich eine unkomplizierte Möglichkeit suchen, ihr Depot breiter aufzustellen. In diesem Fall mag die steigende Korrelation auf den ersten Blick vielversprechend erscheinen.

Bitcoins kurze Historie ist eine Schwachstelle

Allerdings müssen Investoren die vergleichsweise kurze Zeit berücksichtigen, die Bitcoin existiert. Die Kryptowährung wurde erst gegen Ende der Großen Rezession geschaffen. Es gibt keinerlei historische Erfahrungswerte dafür, wie sich ihr Preis während einer schweren, finanzwirtschaftlich verursachten Rezession verhalten würde. Bitcoin hat noch nie eine echte Wirtschaftskrise durchgemacht.

Die zunehmende Übereinstimmung mit Gold könnten Anleger, die Bitcoin zur Diversifikation nutzen möchten, als vorteilhaft betrachten. Die Realität ist jedoch: Es existieren keine materiellen historischen Nachweise dafür, dass Bitcoin Gold in dieser Funktion ersetzen könnte. Bitcoin ist weiterhin sehr jung und sollte – sofern man es überhaupt als Anlage betrachtet – eher als spekulatives Investment eingestuft werden.

Für die Mehrheit der Anleger scheint es noch zu früh, um den tatsächlichen Wert von Bitcoin sowohl finanziell als auch praktisch verlässlich zu beurteilen. Die hohe Korrelation mit Gold mag auf den ersten Blick wie ein Einstiegssignal wirken. Bei näherer Prüfung wird jedoch deutlich: Ein digitaler Vermögenswert ohne physische Substanz und ohne historische Bewährungsprobe ist kein Ersatz für eine jahrtausendealte Form der materiellen Wertaufbewahrung.

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