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Fervo Energy: Geothermie-Börsengang begeistert Investoren mit 42 Prozent Plus

Das Geothermie-Start-up Fervo Energy feiert ein starkes Börsendebüt und übertrifft Kernenergie-Rivalen bei der Marktbewertung.

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Fervo Energy: Geothermie-Börsengang begeistert Investoren mit 42 Prozent Plus

Fervo Energy, ein amerikanisches Geothermie-Start-up, hat seinen Börsengang mit großem Erfolg abgeschlossen. Die Aktien des Unternehmens notieren derzeit 42 Prozent über dem Emissionspreis, was einer Marktkapitalisierung von 12,4 Milliarden US-Dollar entspricht. Damit positioniert sich Fervo als einer der gefragtesten Neuzugänge im Bereich der sauberen Energieversorgung.

Das Unternehmen setzt auf eine innovative Methode: Fervo nutzt Hydraulic-Fracturing-Techniken – bekannt aus der Öl- und Gasindustrie – um unterirdische Wärme zu erschließen und daraus Strom zu erzeugen. Diese Technologie macht Geothermie an Standorten nutzbar, die bislang als ungeeignet galten, und verschafft Fervo einen technologischen Vorsprung gegenüber klassischen Geothermie-Projekten.

Starke Bewertung trotz fehlender Umsätze

Die Marktkapitalisierung von 12,4 Milliarden Dollar ist bemerkenswert, denn Fervo generiert bislang noch keine nennenswerten Umsätze. Zum Vergleich: Oklo, das von OpenAI-Chef Sam Altman unterstützte Kernenergie-Start-up, sowie X-Energy, das vom Technologieriesen Amazon gefördert wird, werden jeweils mit rund 11,5 Milliarden Dollar bewertet. Fervo übertrifft damit beide Kernenergie-Konkurrenten in der Marktbewertung.

Der Hintergrund für diese hohen Bewertungen liegt im wachsenden Energiehunger der Technologiebranche. Hyperscaler – also Betreiber riesiger Rechenzentren für Künstliche Intelligenz – suchen dringend nach zuverlässigen, sauberen Stromquellen. Energie-Start-ups, die versprechen, diesen Bedarf zu decken, erzielen derzeit Milliardenbewertungen, selbst wenn die kommerzielle Lieferung noch in der Zukunft liegt.

Konkreter Zeitplan setzt Fervo von der Konkurrenz ab

Was Fervo von vielen Wettbewerbern unterscheidet, ist ein klar definierter und nahegelegener Fahrplan zur Stromerzeugung. Das erste kommerzielle Projekt des Unternehmens – Cape Station im US-Bundesstaat Utah – soll bereits bis zum 1. Oktober mit der Stromlieferung an Kunden beginnen. Zwei weitere Einheiten desselben Projekts sollen bis zum 1. Januar folgen.

Diese Fristen sind vertraglich bindend: Hält Fervo die vereinbarten Termine nicht ein, muss das Unternehmen Entschädigungszahlungen an seine Kunden leisten. Das verleiht dem Zeitplan eine besondere Glaubwürdigkeit und zeigt, dass das Management von der eigenen Technologie überzeugt ist.

Im direkten Vergleich dazu erwarten die meisten Kernenergie-Start-ups ihre erste kommerzielle Stromlieferung erst ab dem Jahr 2030 – und selbst dieser Zeitplan gilt als optimistisch. Viele Entwürfe für sogenannte Small Modular Reactors (SMR), also kleine modulare Kernreaktoren, haben noch nicht einmal die vollständige Design-Zertifizierung durch die US-amerikanische Nuclear Regulatory Commission erhalten. Dieser regulatorische Rückstand macht den Weg zur Marktreife für Kernenergie-Start-ups deutlich länger und unsicherer als für Fervo.

Für deutsche Anleger ist das Thema Geothermie nicht neu: Deutschland verfügt selbst über Geothermie-Projekte, etwa im Oberrheingraben oder in Bayern. Der Ansatz von Fervo, Fracking-Technologie für die Geothermie einzusetzen, ist jedoch ein spezifisch amerikanisches Modell, das in Europa aufgrund strengerer Regulierungen kaum umsetzbar wäre. Der Börsengang von Fervo zeigt dennoch, wie stark das globale Investoreninteresse an alternativen Energiequellen für die KI-Infrastruktur gestiegen ist.

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