Ferrexpo-Papiere schießen nach Handelsunterbrechung an Londons Börse um bis zu 60 Prozent in die Höhe
Ferrexpo-Aktien legen nach Handelsstopp an der Londoner Börse um bis zu 60 Prozent zu, nachdem eine Kapitalerhöhung über 100 Millionen US-Dollar erfolgreich platziert wurde und die Produktion in den ukrainischen Anlagen wieder anläuft.

Die Papiere des in der Ukraine aktiven Eisenerzpellet-Herstellers Ferrexpo legten am Montag an der Börse in London nach Handelswiederaufnahme zeitweise um bis zu 60 Prozent zu. Der Konzern hatte den Aktienhandel seit dem 1. Mai gestoppt, da eine geplante Kapitalerhöhung über 100 Millionen US-Dollar nicht rechtzeitig abgeschlossen werden konnte, um die geprüften Jahresabschlüsse für 2025 fristgerecht vorzulegen.
Zuletzt verzeichneten die Ferrexpo-Anteile einen Anstieg von rund 32 Prozent. Vorausgegangen war der Handelswiederaufnahme die erfolgreiche Platzierung einer Kapitalerhöhung im Volumen von 100 Millionen US-Dollar, die das Unternehmen in der Vorwoche kommuniziert hatte. Zeitgleich mit der Rückkehr an den Markt gab Ferrexpo am Montag zudem die Wiederaufnahme der Produktion in seinen ukrainischen Standorten bekannt.
Schwierige Bedingungen im ukrainischen Rohstoffsektor
Der auf die Ukraine fokussierte Bergbaukonzern kämpft mit einer äußerst angespannten finanziellen Lage. Die Situation wird durch die fortwährenden Kampfhandlungen im Land weiter verschärft. Sowohl russische als auch ukrainische Truppen haben ihre weitreichenden Luftangriffe in den vergangenen Wochen verstärkt, was die betrieblichen Abläufe in der Region zusätzlich beeinträchtigt.
Ferrexpo zählt zu den global führenden Produzenten von Eisenerzpellets und betreibt seine Minen und Verarbeitungsanlagen in der Zentralukraine. Das Unternehmen ist an der Londoner Börse gelistet und gilt als bedeutender ausländischer Investor im ukrainischen Bergbausegment.
Friedenshoffnung als zusätzlicher Impuls
Parallel zu den unternehmensspezifischen Neuigkeiten zeichnet sich Bewegung in den diplomatischen Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Krieges ab. Die US-Friedensgesandten Jared Kushner und Steve Witkoff hatten nach ihrem Treffen mit Präsident Wolodymyr Selenskyj in Kiew am Sonntag neuen Schwung für die Friedensgespräche proklamiert. Eine mögliche Entspannung des Konflikts könnte auch die Aussichten für Rohstoffunternehmen wie Ferrexpo verbessern, die in der Ukraine aktiv sind.
Die Wiederaufnahme der Förderung und die erfolgreiche Kapitalerhöhung zeigen, dass Ferrexpo trotz der widrigen Umstände handlungsfähig bleibt. Rohstoff-Anleger reagierten entsprechend positiv auf die Meldungen, was sich im deutlichen Kursplus niederschlug. Ob das Unternehmen seine operative Stabilität langfristig wahren kann, hängt entscheidend vom weiteren Verlauf des Konflikts und der Finanzierungssituation ab.
