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EU-Verbot für chinesische Wechselrichter: Westliche Hersteller profitieren

Die EU schließt chinesische Wechselrichter ab November aus geförderten Solarprojekten aus. Europäische Hersteller wie SMA Solar könnten von der Neuordnung profitieren.

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EU-Verbot für chinesische Wechselrichter: Westliche Hersteller profitieren

Seit dem 1. November dürfen Solarprojekte mit EU-Förderung keine Wechselrichter aus China mehr verwenden. Auslöser für die Brüsseler Entscheidung war ein Fund aus dem Frühjahr 2025: Die dänische Organisation Green Power Denmark stieß auf versteckte Kommunikationsschnittstellen in chinesischen Solarmodulen. Wechselrichter sind keine bloßen Stromumwandler – sie regeln die Netzeinspeisung der erzeugten Solarenergie.

Genau diese Steuerungsfähigkeit macht die Komponenten aus sicherheitspolitischer Sicht heikel. Die Hersteller verfügen über Fernzugriff auf ihre Geräte und könnten die Einspeisung in großem Stil beeinflussen. Fachleute warnen, dass ein solcher Eingriff Blackouts verursachen und langfristige Netzschäden nach sich ziehen könnte. Die EU-Kommission führt Wechselrichter daher seit Ende 2025 als kritische Technologie.

Die neue Regelung im Detail

Branchenkreisen zufolge sind 14 bis 18 Prozent der bis 2030 avisierten Einkäufe betroffen. Es geht um vier bis fünf Gigawatt an Wechselrichter-Bestellungen in den nächsten vier Jahren, die nun voraussichtlich an westliche Anbieter vergeben werden. Für bereits weit gediehene Projekte gilt seit Mai eine Übergangsfrist.

Rechtsgrundlage ist Artikel 136 der EU-Haushaltsordnung. Die Umsetzung läuft über Finanzierungsvereinbarungen, unter anderem mit der Europäischen Investitionsbank (EIB). Da förderfähige Großprojekte oft mehrjährige Vorlaufzeiten haben, werden die Effekte erst zeitverzögert sichtbar. Die Maßnahme gilt als erster, relativ leicht umsetzbarer Schritt – eine offizielle Liste mit Hochrisikoanbietern existiert bisher nicht.

Die Gewinner der neuen Lage

Sungrow und Huawei mit ihrer Marke FusionSolar hatten zuletzt deutlich Marktanteile hinzugewonnen. In Deutschland kommen beide zusammen auf bis zu 45 Prozent, weltweit auf rund 55 Prozent laut Wood-Mackenzie-Daten. Von der neuen Regel könnten nun SMA Solar, Ingeteam und Power Electronics profitieren.

SMA rechnet eigenen Angaben zufolge mit etwa zehn Prozent Marktanteilszuwachs. Das Unternehmen nimmt eine neue Fertigungsanlage in Niestetal bei Kassel in Betrieb, die bei Vollauslastung 60 Gigawatt Wechselrichterleistung pro Jahr produzieren kann. Lediglich zwei bis vier Prozent der SMA-Lieferkette kommen aus China. Für 2025 plant SMA mit rund 20 Gigawatt im Großanlagensegment. Der österreichische Hersteller Fronius erwartet hingegen kaum Veränderungen, da er überwiegend Dachanlagen bedient.

Ein wirksames Instrument, kein vollständiges Einfuhrverbot

Der CSU-Europaabgeordnete Markus Ferber bewertet die Maßnahme: "Das CSA2 ist ein scharfes Schwert, aber kein Importstopp." Und weiter: "In einer immer stärker vernetzten Welt müssen wir aufpassen, unseren geopolitischen Widersachern nicht neue Einfallstore zu öffnen." Der Cyber-Security-Act 2 (CSA2) wird derzeit überarbeitet, wobei die Energiebranche als eigener Sektor definiert wurde.

Die Wirkung dürfte über EU-geförderte Projekte hinausgehen. Marktbeobachter rechnen mit einem Abstrahleffekt: Betreiber anderer Solarparks könnten dem Beispiel folgen. Auch Wechselrichter für Wohngebäude könnten betroffen sein. Mehrere Länder haben bereits eigene Vorschriften erlassen – Litauen verbietet seit Mitte 2025 chinesische Wechselrichter bei Anlagen über 100 Kilowatt, Österreich führte im Juni 2025 einen Made-in-Europe-Bonus von zehn Prozent ein und verlangt einen Nachweis der Wertschöpfung in Europa, Polen plant einen Bonus für EU-Wechselrichter.

Was Anleger beachten sollten

Für Privatanleger ergibt sich eine zweigeteilte Botschaft. Einerseits entsteht europäischen Herstellern ein regulatorisch geschützter Heimatmarkt, was Auftragslage und Margen stützen kann. Andererseits bleibt die Nachfrage nach chinesischen Geräten außerhalb geförderter Projekte bestehen, und im Sommer warnten Finanzierungspartner und Betreiber vor möglichen Lieferengpässen. Europäische Anbieter widersprachen dem deutlich und erklärten, fünf Gigawatt seien problemlos versorgbar.

Entscheidend dürfte sein, wie schnell die angekündigten Kapazitäten tatsächlich hochgefahren werden und ob weitere EU-Staaten eigene Boni einführen. Anleger sollten daher weniger auf kurzfristige Kursbewegungen als auf konkrete Auftragsmeldungen und die Fortschritte beim CSA2 achten.

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