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Deutsche Industrie unter Schock: Rüstung steigt, DAX bricht ein

Eskalierender Nahostkonflikt treibt Energiepreise in die Höhe und erschüttert die deutschen Finanzmärkte massiv.

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Deutsche Industrie unter Schock: Rüstung steigt, DAX bricht ein

Der Nahostkonflikt zwischen den USA, Israel und dem Iran versetzt die globalen Märkte in Aufruhr. Drohnenangriffe auf das LNG-Exportterminal von QatarEnergy haben die europäischen Erdgaspreise am Montag um 35 bis 40 Prozent und am Dienstag um weitere 36 Prozent in die Höhe getrieben. Die drohende Blockade der Straße von Hormus, durch die täglich rund 17 Millionen Barrel Öl transportiert werden, verschärft die Lage zusätzlich.

Auch der Ölpreis reagierte heftig: Brent-Rohöl stieg auf 82,40 Dollar je Barrel. Analysten von Bernstein hoben ihre Prognose für 2026 von 65 auf 80 Dollar an – bei einer Verlängerung des Konflikts sei sogar ein Extremszenario von 120 bis 150 Dollar denkbar. Deutschland ist als stark importabhängige Volkswirtschaft besonders verwundbar, vor allem bei Raffinerieprodukten wie Diesel.

Anleihen und Aktienmärkte unter Druck

Die Energieschocks haben umgehend Inflationsängste entfacht. Am deutschen Rentenmarkt stiegen die zweijährigen Bundesanleiherenditen um zehn Basispunkte – der größte Zwei-Tages-Sprung seit Juli. Händler haben ihre Wetten auf baldige Zinssenkungen durch die Bank of England und die US-Notenbank Fed drastisch zurückgefahren. EZB-Chefvolkswirt Philip Lane warnte vor einem deutlichen Inflationsanstieg im Euroraum bei gleichzeitig sinkender Wirtschaftsleistung.

Der DAX spiegelte diese Unsicherheit wider und fiel zeitweise um mehr als vier Prozent auf den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember. 38 von 40 DAX-Werten verzeichneten Verluste. Auch asiatische Börsen wie der japanische Nikkei und der südkoreanische Kospi verzeichneten schwere Einbußen.

Rüstungssektor als Gewinner, Automobilzulieferer als Verlierer

Inmitten der breiten Marktschwäche stechen europäische Rüstungsaktien positiv heraus. Der deutsche Sensor- und Radarspezialist Hensoldt legte 5,2 Prozent zu, während Rheinmetall um 3,5 Prozent stieg. Internationale Peers wie BAE Systems (+7,9 %) und Thales (+6,1 %) profitierten ebenfalls vom gestiegenen globalen Sicherheitsbewusstsein.

Diametral entgegengesetzt entwickelten sich Automobilzulieferer. Schaeffler-Aktien brachen um 18 Prozent ein, nachdem der Konzern eine Umsatzprognose für 2026 von 22,5 bis 24,5 Milliarden Euro vorlegte – deutlich unter dem Konsens von 23,97 Milliarden Euro. Auch die prognostizierte EBIT-Marge von 3,5 bis 5,5 Prozent lag unterhalb der Markterwartungen. ZF Friedrichshafen-Chef Mathias Miedreich kündigte unterdessen einen Stellenabbau in der Verwaltung an, um den Konzern schlanker aufzustellen.

Der Zulieferer Stabilus setzt dagegen auf strategischen Wandel: Das Unternehmen plant, sein Rüstungsgeschäft bis 2030 mindestens zu verdreifachen und rechnet mit militärischen Aufträgen von rund 200 Millionen Euro innerhalb von fünf Jahren.

Insolvenz bei Manroland Sheetfed

Ein weiteres Krisenzeichen lieferte der Druckmaschinenhersteller Manroland Sheetfed, der Insolvenz in Eigenverwaltung anmeldete. Das Unternehmen hatte im Geschäftsjahr 2025 einen Verlust von 43,2 Millionen Euro eingefahren. Ursachen sind globale Überkapazitäten, hohe Energie- und Lohnkosten sowie ein massiver Auftragseinbruch, besonders aus China. Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz, der bereits die Restrukturierung vor 14 Jahren begleitete, übernimmt erneut die Führung des Prozesses.

Auf politischer Ebene plant die Bundesregierung, Flugzeuge zur Evakuierung im Ausland gestrandeter Deutscher zu entsenden – eine verfassungsrechtliche Pflicht, die zuletzt nach dem Angriff vom 7. Oktober aktiviert wurde. Parallel dazu klagen die Deutsche Umwelthilfe (DUH) Mercedes und BMW vor dem Bundesgerichtshof an, um ein Ende des Verkaufs neuer Verbrenner bis spätestens 2030 durchzusetzen.

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