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China schützt sich vor Iran-Krise durch riesige Energiereserven

Während Energiepreise weltweit explodieren, ist China durch strategische Rohölvorräte und günstige Lieferverträge gut abgesichert.

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China schützt sich vor Iran-Krise durch riesige Energiereserven

China importiert mehr Energie als jedes andere Land der Welt – und ist dennoch besser gegen die aktuelle Iran-Krise gewappnet als die meisten anderen Volkswirtschaften. Enorme Rohölvorräte fungieren als Puffer gegen Preissprünge, sodass eine energiegetriebene Inflation den chinesischen Markt kaum treffen dürfte. Brent-Rohöl-Futures sprangen am Montag um 7,3 Prozent auf ein Jahreshoch von 77,77 US-Dollar pro Barrel.

Der Überschuss aus Rohölimporten und Inlandsproduktion abzüglich des Raffineriedurchsatzes belief sich in China im Jahr 2025 auf rund 1,13 Millionen Barrel pro Tag (bpd). Im Dezember erreichten die Importe mit 13,18 Millionen bpd einen Rekordwert. Für Januar und Februar 2026 schätzt LSEG Oil Research die Importe auf 12,47 Millionen bpd – gestützt durch preisreduzierte russische und iranische Lieferungen.

Sollte die Inlandsproduktion stabil bei rund 4,2 Millionen bpd geblieben und der Raffineriedurchsatz bei etwa 14,7 Millionen bpd verharrt sein, könnte der Überschuss im Zeitraum Januar bis Februar fast 2 Millionen bpd betragen haben. Dieses Polster eröffnet Peking zwei strategische Optionen.

Chinas zwei Strategieoptionen bei Rohöl

Erstens kann China die Importe in den kommenden Monaten drosseln und so den Preisanstieg abfedern. Analysten erwarten, dass die Importe bis Mai und Juni auf 10,5 bis 11,0 Millionen bpd sinken könnten. Zweitens besteht die Möglichkeit, den Raffineriedurchsatz robust zu halten, um Kraftstoffexporte nach Asien zu steigern, falls die Rohölversorgung aus dem Nahen Osten knapper wird.

Da Peking die Inlandspreise für Kraftstoffe im Einzelhandel kontrolliert, bleiben chinesische Verbraucher und Unternehmen vor einem abrupten Energiepreisanstieg geschützt – ein Wettbewerbsvorteil gegenüber Unternehmen in den USA und Europa. Zudem bleibt China der Hauptabnehmer für sanktioniertes russisches Rohöl sowie für iranisches Öl, das die Straße von Hormus passieren konnte.

Auch bei LNG und Kohle gut positioniert

Chinas Vorteil erstreckt sich über Rohöl hinaus. Als weltgrößter LNG-Importeur hat das Land in früheren Hochpreisphasen bewiesen, dass es Spot-Käufe reduziert und nur langfristige, oft festpreisgebundene Lieferverträge abnimmt. Die asiatischen LNG-Benchmark-Preise sprangen am Montag um fast 39 Prozent auf 15,068 US-Dollar pro Million British Thermal Units (BTU).

China kann zudem LNG-Ladungen weiterverkaufen, die Inlandsgasproduktion kurzfristig steigern und Pipeline-Importe aus Zentralasien sowie Russland maximieren. Als weltgrößter Kohleproduzent und -importeur verfügt das Land außerdem über die Flexibilität, die Inlandsproduktion zu erhöhen und Importe zu kürzen. Die australische Benchmark-Kohle aus Newcastle verteuerte sich am Montag um 4,7 Prozent auf 121,13 US-Dollar pro Tonne.

Da China hauptsächlich Kraftwerkskohle aus Indonesien importiert, die von europäischen und japanischen Käufern weniger nachgefragt wird, bleibt das Land auch bei Kohle weitgehend von globalen Preissteigerungen isoliert. Für westliche Volkswirtschaften hingegen dürfte die Iran-Krise die Energiekosten spürbar in die Höhe treiben.

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