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BASF stoppt Milliardenprojekt in Indonesien

Marktveränderungen und schwache E-Auto-Nachfrage führen zum Rückzug

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BASF stoppt Milliardenprojekt in Indonesien

Der Chemiekonzern BASF hat bekannt gegeben, von einer geplanten Milliardeninvestition in die Herstellung von Batterierohstoffen in Indonesien abzusehen. Ursprünglich war geplant, gemeinsam mit dem französischen Bergbaukonzern Eramet eine Produktionsanlage für Nickel-Kobalt zu errichten. Dieses Projekt, das seit 2020 geprüft wurde und Kosten von bis zu 2,4 Milliarden Euro verursacht hätte, wird nicht weiterverfolgt. Indonesien, der weltgrößte Produzent von Nickel, sollte BASF Zugang zu wichtigen Metallen für die Herstellung von Hochleistungsbatterien für Elektroautos verschaffen. Zahlreiche Autohersteller und Batterieproduzenten, insbesondere aus China, haben bereits in die Nickelproduktion in Indonesien investiert.

BASF begründet den Rückzug damit, dass sich der globale Markt für Nickel seit Beginn des Projekts erheblich verändert habe. Die Lieferoptionen und die Verfügbarkeit von Nickel in Batteriequalität hätten sich für BASF deutlich verbessert. „Daher sieht BASF keine Notwendigkeit mehr für eine so erhebliche Investition, um eine stabile Versorgung mit Metallen sicherzustellen“, erklärte Anup Kothari, der im BASF-Vorstand das Geschäft mit Batteriematerialien verantwortet. Alle laufenden Evaluierungs- und Verhandlungsaktivitäten wurden eingestellt.

Hinter dieser Entscheidung stehen auch betriebswirtschaftliche Überlegungen. Angesichts der schwachen Konjunktur hat BASF sein gesamtes Investitionsprogramm für die nächsten Jahre gekürzt. Eine Ausnahme bildet der Bau eines neuen Großstandorts im Süden Chinas, der zehn Milliarden Euro kosten wird. Die Ausgaben dafür müssen überwiegend zwischen 2023 und 2025 getragen werden. Ein weiterer Grund für den Rückzug könnte die schwächelnde Nachfrage nach Elektroautos sein. Insbesondere in den USA und Deutschland werden weniger E-Autos verkauft als erwartet, was zu einer geringeren Nachfrage nach Nickel führt.

Neben Indonesien ist Russland einer der führenden Lieferanten von Nickel. Aufgrund verschärfter Sanktionen darf das aus Russland stammende Metall seit wenigen Wochen nicht mehr an den Rohstoffbörsen in London und Chicago gehandelt werden. Russland hat jedoch seine Nickelexporte bereits nach China umgeleitet. BASF betont, auch ohne eigene Produktionsanlagen eine „sichere, verantwortungsvolle und nachhaltige Versorgung mit kritischen Rohstoffen“ sicherstellen zu wollen, wozu auch der Einkauf in Indonesien gehört.

Diese Entscheidung zeigt, wie sich globale Marktveränderungen und geopolitische Entwicklungen auf die strategischen Entscheidungen großer Konzerne auswirken können. BASF wird weiterhin bestrebt sein, sich im wachsenden Markt für Elektromobilität zu behaupten und seine Position durch kluge Einkaufsstrategien und Investitionen zu stärken.

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