Xi und Putin stützen Iran im Wirtschaftskrieg gegen US-Finanzminister Bessent
Iran geht unter Präsident Pezeshkian beim SCO-Gipfel in Kirgisistan in die Offensive und setzt auf das Xi-Putin-Bündnis, um dem von US-Finanzminister Bessent forcierten Wirtschaftskrieg über das Bloomberg-Terminal entgegenzutreten – für Rohstoff-Anleger e

Kaum eine Woche ist vergangen, seit die USA mit einer gezielten Kampagne begonnen haben, Iran über das Bloomberg-Terminal als wirtschaftlichen Außenseiter zu brandmarken. Nun schlägt die Islamische Republik zurück. Präsident Masoud Pezeshkian weilte am Montag und Dienstag beim Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) in Kirgisistan und traf dort auf zahlreiche Staats- und Regierungschefs. Teheran wirbt auf dieser Bühne offensiv für neue Handelsmöglichkeiten. Der Auftritt untermauert, dass US-Warnungen vor Geschäften mit Iran sowie Aufforderungen zum Rückzug wirtschaftlicher Verbindungen in weiten Teilen der Welt folgenlos verhallen.
Seit einer Woche versucht Washington, Iran über die weit verbreitete Finanzdatenplattform Bloomberg Terminal zu ächten. Der von US-Finanzminister Scott Bessent vorangetriebene Wirtschaftskrieg hat zum Ziel, internationale Handelsbeziehungen mit Teheran zu unterbrechen und das Land von globalen Kapitalflüssen abzukoppeln. Das Bloomberg Terminal gilt als unverzichtbares Werkzeug der internationalen Finanzwelt und kommt bei Banken, Fonds sowie Analysten rund um den Globus zum Einsatz. Ein Ausschluss aus diesem Netzwerk käme einer sofortigen wirtschaftlichen Ausgrenzung in Echtzeit gleich.
Eurasische Allianz als Gegengewicht
Die SCO dient als zentrales Forum des eurasischen Bündnisses unter der Führung Chinas und Russlands. Die Organisation wurde 2001 gegründet und umfasst neben den beiden Großmächten mehrere zentralasiatische Staaten; Iran ist seit 2023 Vollmitglied. Traditionell stehen bei den Gipfeltreffen Sicherheitsfragen im Vordergrund, doch gewinnen Handelserleichterungen und Infrastrukturprojekte in der gesamten Region zunehmend an Bedeutung. Dass Pezeshkian sich ausgerechnet hier den versammelten Staatschefs präsentiert, ist eine deutliche Botschaft an Washington.
Teheran setzt bewusst auf die wirtschaftliche Stärke des Xi-Putin-Bündnisses, um dem US-Druck Paroli zu bieten. Die iranische Präsenz beim Gipfel unterstreicht das wachsende Gewicht alternativer Handels- und Finanzarchitekturen abseits des US-dominierten Systems. Für deutsche Privatanleger hat diese Entwicklung eine zweifache Relevanz. Einerseits wird deutlich, dass Sanktionen und Stigmatisierungsversuche der USA außerhalb des westlichen Bündnisses zunehmend ins Leere laufen. Andererseits zeigt sich eine Neuordnung geopolitischer Machtblöcke, die direkte Folgen für Handelsströme, Rohstoffpreise und Energiemärkte haben könnte – für Anleger in Rohstoffwerte ein entscheidender Faktor.
Einordnung für den Markt
Offizielle Handelsabkommen wurden im Rahmen des SCO-Treffens in Kirgisistan nicht verkündet. Dennoch ist allein die Präsenz Teherans auf dieser Bühne ein starkes diplomatisches Signal, das die Entschlossenheit des neuen Kurses unterstreicht. Die Islamische Republik präsentiert sich als verlässlicher Partner für die aufstrebenden Volkswirtschaften Eurasiens und belegt ihre wirtschaftliche Anschlussfähigkeit jenseits der USA. Europäische Unternehmen mit Handelsbeziehungen in der Region müssen sich auf veränderte Bedingungen einstellen – von Zollfragen bis hin zu neuen Zahlungswegen.
Es bleibt abzuwarten, ob die US-Kampagne gegen Iran weiter an Intensität zulegt oder ob sich die Gegensätze zwischen Washington und den eurasischen Mächten weiter verschärfen. Der Auftritt Pezeshkians in Kirgisistan zeigt jedenfalls eines: Teheran ist nicht bereit, sich dem wirtschaftlichen Druck zu unterwerfen. Anleger sollten die geopolitischen Risiken im Auge behalten und die weitere Entwicklung der US-Iran-Politik genau verfolgen – insbesondere mit Blick auf mögliche Auswirkungen auf die Rohstoff- und Energiemärkte.
