US-Zollstockung belastet Kupfer: LME-Preis bricht um drei Prozent ein
Die Kupfernotierungen sind nach Berichten über ins Stocken geratene US-Zollpläne eingebrochen: Der LME-Preis fiel um drei Prozent, der COMEX-Preis sogar um 4,7 Prozent, während der Spread zwischen beiden Börsen ins Negative drehte.

Die Notierungen für Kupfer sind am Donnerstag kräftig unter die Räder gekommen. Auslöser sind Medienberichte, wonach die von der US-Regierung geplanten Importabgaben auf das Industrie-Metall ins Stocken geraten sind. Das Weiße Haus zögert eigenen Angaben zufolge aus Furcht, dass höhere Zölle die Produktionskosten in den USA massiv nach oben treiben und dadurch die positiven Effekte einer ausgeweiteten heimischen Förderung zunichtemachen könnten.
Wie Reuters berichtet, gibt es zudem Unklarheiten darüber, ob die Regierung die Zölle tatsächlich auf raffiniertes Kupfer ausdehnen wird. Diese Unsicherheit ließ den Markt einbrechen: Der Referenzpreis für Kupfer an der London Metal Exchange (LME) verlor drei Prozent und schloss bei 14.329,50 US-Dollar je Tonne. Zuvor hatte das Metall noch ein Rekordhoch von 14.875 US-Dollar markiert.
Deutliche Einbußen an der COMEX
Noch stärker zeigte sich der Preisrückgang an der US-Terminbörse COMEX. Dort fielen die Kurse um 4,7 Prozent auf 6,49 US-Dollar je Pfund, was in der Umrechnung rund 14.308 US-Dollar pro Tonne entspricht. Auch die Aktien des Bergbauriesen Freeport-McMoRan mussten deutliche Abschläge hinnehmen. Laut Investor's Business Daily setzten dem gesamten Metallsektor neben den Zollmeldungen zusätzlich steigende Ölpreise und die Bewegung der Renditen von Staatsanleihen zu. Auch die Edelmetalle Silber und Gold kamen dadurch unter Abgabedruck.
Über Monate hinweg war Kupfer an der COMEX deutlich teurer gehandelt worden als an der LME. Hintergrund: Händler hatten das Metall in Erwartung eines möglichen 15-prozentigen Zolls ab Anfang 2027 verstärkt in die USA verbracht. Dieser Trend hielt seit Februar des Vorjahres an, als Präsident Donald Trump eine Untersuchung zu möglichen Importabgaben angeordnet hatte.
Spread dreht ins Minus
Die Schwankungsbreite an den Märkten nahm am Donnerstag drastisch zu. Der Spread zwischen COMEX und LME für Oktober-Lieferungen fiel zwischenzeitlich um rund 200 US-Dollar je Tonne und rutschte in den negativen Bereich. Bei aktuell minus 20 US-Dollar pro Tonne sind Lieferungen in die USA derzeit wirtschaftlich uninteressant.
Für Rohstoff-Anleger bleibt die Situation angespannt. Das aktuelle Geschehen verdeutlicht, wie stark politische Weichenstellungen die Metallmärkte bewegen können. In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob die US-Regierung an ihren Zollvorhaben festhält oder ob die Sorgen um die Fertigungskosten die Oberhand gewinnen.
