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US-LNG-Exporte: Zehn Jahre Dominanz mit weiterem Wachstum

Seit der ersten Exportladung 2016 haben sich die USA zum weltgrößten LNG-Anbieter entwickelt – und wollen ihre Kapazität verdoppeln.

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US-LNG-Exporte: Zehn Jahre Dominanz mit weiterem Wachstum

Vor genau zehn Jahren, am 24. Februar 2016, verließ die erste Ladung verflüssigten Erdgases (LNG) aus den zusammenhängenden US-Bundesstaaten den Hafen von Sabine Pass in Louisiana. Betreiber war Cheniere Energy – ein Name, der seitdem untrennbar mit dem globalen LNG-Boom verbunden ist. Was damals als industrieller Meilenstein galt, markierte den Beginn einer beispiellosen Expansion der amerikanischen Energiewirtschaft.

Heute verarbeiten die USA täglich rund 18 Milliarden Kubikfuß Erdgas zu LNG und sind damit der weltweit führende Exporteur des tiefgekühlten Brennstoffs. Damit haben sie die langjährigen Schwergewichte Katar und Australien überholt. Laut der US Energy Information Administration (EIA) sind dafür mehrere Faktoren verantwortlich: reichliche Erdgasvorkommen, flexible Exportverträge und vergleichsweise niedrige Einsatzgaskosten.

Einen zusätzlichen Schub erhielt die Industrie durch den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ab 2022. Europa suchte dringend nach Alternativen zu russischem Pipelinegas und wurde zum Hauptabnehmer amerikanischer LNG-Lieferungen. Dieses geopolitische Momentum hat das Investitionsklima für US-LNG-Infrastruktur erheblich verbessert.

Kapazität soll sich bis 2029 mehr als verdoppeln

Die EIA erwartet, dass die US-Verflüssigungskapazität von 11,4 Milliarden Kubikfuß pro Tag (bcfd) Anfang 2024 auf 28,7 bcfd bis 2029 steigen wird. Analysten und Branchenvertreter gehen davon aus, dass sich die Exportkapazität damit in nur fünf Jahren mehr als verdoppelt. Shell-CEO Wael Sawan bestätigte zuletzt, dass der LNG-Sektor mit rund 3 Prozent pro Jahr wächst und damit den gesamten Gasmarkt übertrifft.

Cheniere Energy hat in den vergangenen zehn Jahren rund 50 Milliarden US-Dollar in den Ausbau seiner beiden Exportanlagen investiert. Die Betriebskapazität stieg von etwa 9 Millionen Tonnen pro Jahr (mtpa) Ende 2016 auf heute rund 52 mtpa – mit weiter steigender Tendenz durch die neue Anlage Corpus Christi Stage 3. Das Unternehmen strebt an, die Produktion bis Mitte der 2030er Jahre auf 100 Millionen Tonnen jährlich zu verdoppeln.

Auch Venture Global LNG zählt inzwischen zu den weltweit größten LNG-Exporteuren. Das Unternehmen erklärte, es habe sich innerhalb von sechs Jahren von einem Startup ohne Kapazität zu einem Betreiber von drei Anlagen entwickelt – mit einer geplanten Gesamtkapazität von über 100 Millionen Tonnen pro Jahr in Produktion, Bau oder Entwicklung.

Sättigungsrisiken am Weltmarkt

Trotz der beeindruckenden Wachstumszahlen bleibt eine entscheidende Frage offen: Kann der Weltmarkt die zusätzlichen Mengen überhaupt aufnehmen? Erste Anzeichen einer Marktsättigung sind bereits erkennbar. Für deutsche und europäische Investoren ist dies relevant, da LNG eine zentrale Rolle in der Energiesicherheit des Kontinents spielt. Die Balance zwischen Angebot und Nachfrage wird die LNG-Preise und damit die Rentabilität der Exportprojekte maßgeblich bestimmen.

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