Rubio erwartet iranische Antwort auf US-Friedensvorschlag noch heute
US-Außenminister Marco Rubio rechnet am Freitag mit einer iranischen Reaktion auf den Vorschlag zur Kriegsbeendigung.

US-Außenminister Marco Rubio hat erklärt, dass die Vereinigten Staaten noch am Freitag eine Antwort des Irans auf den amerikanischen Vorschlag zur Beendigung des Krieges erwarten. Der Iran bestätigte am Donnerstag, dass er Botschaften der USA prüfe, die über pakistanische Vermittler eingegangen seien. Laut iranischen Staatsmedien, die sich auf einen Regierungsvertreter berufen, sei jedoch noch keine Entscheidung getroffen und keine Antwort übermittelt worden.
Die Nachrichtenagenturen Axios und andere Medien berichteten Anfang dieser Woche, dass sich beide Länder einer Absichtserklärung – einem sogenannten Memorandum of Understanding – über 14 Punkte annähern. Ziel sei es, den Krieg zu beenden und die Gespräche über das iranische Atomprogramm wieder aufzunehmen. Die Verhandlungen laufen damit auf mehreren Ebenen gleichzeitig.
Waffenstillstand unter Druck
Rubios Äußerungen fallen in eine Phase erheblicher Unklarheit darüber, ob ein Waffenstillstand zwischen dem Iran und den USA überhaupt noch in Kraft ist. Beide Seiten haben in der Straße von Hormus das Feuer eröffnet und sich gegenseitig beschuldigt, die Angriffe begonnen zu haben. Die Lage bleibt damit militärisch angespannt, auch wenn diplomatische Kanäle weiterhin aktiv sind.
Präsident Donald Trump beharrte am Donnerstag darauf, dass der Waffenstillstand weiterhin bestehe. Die jüngsten Zwischenfälle bezeichnete er als „nur einen kleinen Klaps" – im englischen Original „love tap". Trump äußerte sich zudem zuversichtlich und erklärte, die Iraner wollten „unbedingt ein Abkommen schließen".
Globaler Energieschock durch Blockade der Straße von Hormus
Die angespannte Lage hat weitreichende wirtschaftliche Folgen für die gesamte Welt. Die Blockade der engen Meerenge, über die normalerweise etwa ein Fünftel des weltweiten Ölangebots transportiert wird, hat einen globalen Energieschock ausgelöst. Die Straße von Hormus gilt als eine der strategisch bedeutsamsten Wasserstraßen der Welt und verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer.
Die Internationale Energieagentur (IEA) stufte die aktuelle Situation in drastischen Worten ein und bezeichnete sie als „die größte Bedrohung der Energiesicherheit in der Geschichte". Für deutsche Verbraucher und Unternehmen, die stark von Energieimporten abhängig sind, ist diese Entwicklung von besonderer Relevanz. Steigende Energiepreise infolge der Krise könnten die ohnehin belastete europäische Wirtschaft zusätzlich unter Druck setzen.
Die Lage bleibt damit äußerst dynamisch: Während auf diplomatischer Ebene ein mögliches Abkommen in greifbare Nähe rückt, sorgen militärische Zwischenfälle und die anhaltende Blockade einer der wichtigsten Ölrouten der Welt für erhebliche Unsicherheit an den globalen Energiemärkten.
