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Rekord-Charter: 76 Millionen Dollar für Supertanker-Fahrt von der US-Golfküste nach China

Ein Supertanker wurde für 76 Millionen Dollar von der US-Golfküste nach China gechartert – rund zehnmal so viel wie vor dem Konflikt. Der Grund: Der Krieg am Persischen Golf hat zu einem Tankermangel geführt, da Umladeverfahren an der Straße von Hormus zu

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Rekord-Charter: 76 Millionen Dollar für Supertanker-Fahrt von der US-Golfküste nach China

Die Kosten für den Transport von Rohöl per Tanker sind weltweit massiv angestiegen. Wie eine mit der Angelegenheit vertraute Person gegenüber CNBC berichtete, wurde unlängst ein Großtanker für die Route von der amerikanischen Golfküste in die Volksrepublik China für 76 Millionen Dollar gechartert. Das Handelsunternehmen Trafigura habe das Schiff namens „Alexandros" unter Vertrag genommen; die Beladung sei für den 19. November vorgesehen.

Zum Vergleich: Vor dem Ausbruch des Konflikts hätte ein üblicher Preis für diese Strecke zwischen 7 und 10 Millionen Dollar gelegen. Damit liegt der aktuelle Charterpreis ungefähr um den Faktor zehn über dem Vorkriegsniveau. Geht man von einer Ladekapazität von 2 Millionen Barrel aus, ergeben sich für die Fahrt Kosten von 38 Dollar je Barrel Öl.

Hintergründe des Frachtkostenanstiegs

Die Transportkosten sind in die Höhe geschnellt, weil der Konflikt am Persischen Golf eine Verknappung verfügbarer Tankerkapazitäten ausgelöst hat. Die Förderunternehmen aus dem Nahen Osten setzen daher auf ein Umladeverfahren, um Rohöl durch die Straße von Hormus zu transportieren. Dabei durchquert ein beladener Tanker die Meerenge und übergibt die Ladung anschließend im Golf von Oman an ein weiteres Schiff, das die Fracht Richtung Asien befördert.

Dieses Vorgehen mindert die Verwundbarkeit gegenüber iranischen Angriffen und hat dazu beigetragen, dass die Rohölexporte durch die Straße von Hormus wieder angezogen sind. Allerdings werden dafür deutlich mehr Schiffe benötigt, um das Öl aus der Golfregion abzutransportieren – und genau dieser zusätzliche Tankerbedarf treibt die Charterraten nach oben.

Die Straße von Hormus zählt zu den kritischsten Engpässen im internationalen Ölhandel. Ein beträchtlicher Anteil der weltweiten Rohölausfuhren passiert die Meerenge zwischen Persischem Golf und Golf von Oman. Beeinträchtigungen in dieser Zone wirken sich daher unmittelbar auf die globalen Frachtraten und damit auf die Transportkosten für Rohöl aus.

Relevanz für den Markt

Für Branchenbeobachter sendet der Charterpreis von 76 Millionen Dollar ein deutliches Warnsignal zur angespannten Verfassung des Tankermarktes. Das Zusammenspiel aus geopolitischen Risiken und dem Umladekonzept über den Golf von Oman bindet zusätzliche Schiffskapazitäten, die andernorts fehlen. Dadurch steigen die Aufwendungen für die Reedereien und letztlich auch für den Rohölhandel.

Die Verbindung von der amerikanischen Golfküste nach China zählt zu den längsten und kostenintensivsten Routen im weltweiten Öltransport. Dass ein einzelner Chartervertrag auf dieser Strecke einen Betrag im zweistelligen Millionenbereich erreicht, verdeutlicht die außergewöhnliche Marktverfassung. Ob sich die Raten wieder normalisieren, hängt entscheidend von der weiteren Lageentwicklung am Persischen Golf ab.

Für Anleger in Rohstoffwerte ist diese Entwicklung vor allem als Gradmesser für die internationalen Energiepreise von Bedeutung. Steigende Frachtraten können mittelfristig die Ölnotierungen und damit auch Inflations- und Konjunkturindikatoren beeinflussen. Der aktuelle Fall zeigt eindrucksvoll, wie stark geopolitische Spannungen die Lieferketten der Energiewirtschaft belasten können.

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