Panama-Kommission spricht sich für Wiedereröffnung der Kupfermine Cobre Panama aus
Ein Regierungsgremium in Panama empfiehlt Präsident Mulino die Wiedereröffnung der Kupfermine Cobre Panama in einem Joint Venture mit First Quantum Minerals — eine politisch heikle Entscheidung zwischen wirtschaftlichen Vorteilen und anhaltender Umweltkri

Ein von der Regierung Panamas berufenes Gremium wird Präsident José Raúl Mulino an diesem Mittwoch dazu raten, den stillgelegten Kupferbergbau Cobre Panama wieder hochzufahren. Dies erfuhr die Nachrichtenagentur Reuters von zwei mit dem Vorgang vertrauten Personen. Geplant sei eine staatliche Beteiligung in Kooperation mit dem kanadischen Rohstoffkonzern First Quantum Minerals.
Die Fertigstellung der behördlichen Prüfung des Minenbetriebs wurde von den Akteuren am Markt mit großer Spannung erwartet. Immerhin steuerte die Mine im Jahr 2023, bevor sie ihren Betrieb einstellte, rund ein Prozent zur globalen Kupferproduktion bei. Hinzu kommt, dass der Preis für das rote Metall derzeit nahe seinen historischen Höchstständen liegt.
Das Projekt ist politisch brisant. Die Anlage stieß wegen ökologischer Bedenken auf breite Ablehnung in der Bevölkerung. Zudem erklärte das oberste Gericht des Landes den 20 Jahre alten Bergbauvertrag für verfassungswidrig. Die Regierung muss daher den wirtschaftlichen Nutzen der Mine gegen die anhaltende öffentliche Kritik an unzureichender Umweltkontrolle sowie die staatliche Gewinnbeteiligung abwägen.
Wirtschaftlicher Druck versus Umweltproteste
Für diese Abwägung liefert eine erst vor Kurzem veröffentlichte Regierungsstudie gewichtige Argumente. Sie kam zu dem Ergebnis, dass die Schließung der Mine über 30.000 Arbeitsplätze gekostet und die Staatseinnahmen aus Steuern und Förderabgaben um fast 1,4 Milliarden Dollar geschmälert habe. Angesichts schwacher Konjunktur und hoher Arbeitslosigkeit wiegt diese Bilanz für die Regierung schwer.
Reuters hatte bereits im Juli exklusiv berichtet, dass das Regierungsgremium unter anderem die Gründung eines staatlichen Bergbauunternehmens prüfe, das mit First Quantum zusammenarbeiten solle. An diesem Mittwoch werde die Gruppe Mulino nun offiziell ein Joint Venture empfehlen, so die Informanten. Sie blieben auf eigenen Wunsch anonym, da sie nicht befugt waren, öffentlich zu der Sache Stellung zu nehmen. Die endgültige Entscheidung obliege Mulino.
Ein Sprecher des Präsidenten reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage um Stellungnahme. First Quantum lehnte eine Kommentierung ab.
"Ziel ist es, eine Übereinkunft mit First Quantum über ein Joint Venture umsetzbar zu machen", erklärte einer der Informanten und wies darauf hin, dass noch ein Vertrag mit dem Bergbaukonzern ausgehandelt werden müsse.
Ungeklärte Fragen zur Lizenz und zur Beteiligungsquote
Cobre Panama war einst das leistungsstärkste Bergwerk von First Quantum und trug 40 Prozent zum Umsatz des Unternehmens bei. Für den Minenkonzern steht also viel auf dem Spiel. Reuters hatte im Juli berichtet, dass Panama erwogen habe, die zugrundeliegende Konzession des Bergwerks im Staatsbesitz zu belassen und die operative Führung bei First Quantum anzusiedeln. Ob dieses Modell weiterhin in Betracht gezogen wird, war zunächst nicht bekannt.
Ein staatliches Unternehmen, das der Vereinbarung beitritt, könnte zugleich eine Möglichkeit bieten, ein Gesetz zu umgehen, das Panama im Jahr 2023 verabschiedet hat und das neue Bergbaulizenzen verbietet. Informanten hatten zuvor erklärt, dass eine Beteiligung von 60 bis 65 Prozent für First Quantum auf dem Verhandlungstisch lag.
Für Anleger in Rohstoffwerte ist die Entwicklung von Bedeutung, da First Quantum an der Börse notiert ist und Kupfer als Industriemetall stark von der weltwirtschaftlichen Entwicklung abhängt. Falls die Mine tatsächlich wieder in Betrieb genommen wird, könnte dies das globale Kupferangebot erhöhen — ein Aspekt, der angesichts der nahezu rekordhohen Preise für das rote Metall besonders sensibel ist. Ob und in welcher Form die Wiederinbetriebnahme erfolgt, hängt jedoch allein von der Entscheidung von Präsident Mulino ab, die noch nicht gefallen ist.
