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Ölmarkt im Überangebot: Tanker verlassen Straße von Hormus

Brent-Rohöl signalisiert erstmals seit Kriegsbeginn ein kurzfristiges Überangebot, während Tanker die Straße von Hormus verlassen.

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Ölmarkt im Überangebot: Tanker verlassen Straße von Hormus

Die Ölmärkte senden ein klares Signal: Erstmals seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar wurden Brent-Rohöl-Kontrakte zur Lieferung im Folgemonat am Mittwoch höher gehandelt als Kontrakte für die sofortige Lieferung. Diese Marktstruktur, bekannt als Contango, deutet auf ein gestiegenes kurzfristiges Angebot hin und markiert eine bedeutende Verschiebung an den globalen Energiemärkten.

Konkret notierte Brent, die globale Referenzsorte für Rohöl, für Kontrakte mit Lieferung im September 12 Cent höher als für Lieferungen im August. Diese Preisstruktur signalisiert, dass der Markt aktuell ein reichliches sofortiges Angebot einpreist, während die Mengen in den kommenden Monaten als geringer eingeschätzt werden.

„Wir haben die Aussicht auf einen massiven Zustrom an physischem Angebot aus dem Arabischen Golf. Wir befinden uns also vorerst in einem Mini-Überangebot, da die Nachfrage erst wieder angelockt werden muss", erklärte Neil Crosby, Leiter der Forschungsabteilung bei Sparta Commodities.

Tanker verlassen die Meerenge von Hormus

Ein zentraler Treiber dieser Entwicklung ist die Freigabe von Öllieferungen durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. US-Energieminister Chris Wright bestätigte auf dem Reuters Global Energy Forum in New York, dass in den letzten 24 Stunden rund 20 Millionen Barrel Öl die Meerenge verlassen hätten. Er bezeichnete diese Lieferungen als Rückkehr zu normalen Handelsströmen.

Schifffahrtsdaten zeigen, dass am Mittwoch drei zuvor festgesetzte Tanker mit insgesamt 5 Millionen Barrel Rohöl an Bord die Meerenge verlassen haben. Das Interimsabkommen zwischen dem Iran und den USA trägt maßgeblich dazu bei, im Arabischen Golf festsitzende Vorräte freizugeben und wieder in den globalen Markt einzuspeisen.

Verkaufsdruck und Preisabschläge weltweit

Die plötzliche Angebotsflut aus dem Nahen Osten setzt Händler unter erheblichen Druck. „Die Marktteilnehmer verkaufen angesichts der Ölflut, die aus dem Nahen Osten auf den Markt kommt, und versuchen, Kontrakte schnell abzustoßen. Im August gibt es viele Verkäufe", sagte Bob Yawger, Direktor für Energietermingeschäfte bei Mizuho, mit Blick auf den nächsten Lieferzeitraum der Kontrakte.

Physische Rohölladungen werden weltweit mit Abschlägen verkauft, was die globalen Handelsströme spürbar verändert. Die Märkte geraten durch das schnell steigende Angebot aus dem Nahen Osten zunehmend unter Druck. Zusätzlich könnte der Iran seine Ölverkäufe nach einer vorübergehenden Aussetzung der US-Sanktionen weiter steigern, was das Überangebot noch verstärken würde.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher ist diese Entwicklung von besonderer Bedeutung: Ein anhaltender Rückgang der Rohölpreise würde sich mittelfristig auf die Kraftstoffpreise und die Energiekosten der Industrie auswirken. Die entscheidende Frage bleibt, ob die globale Nachfrage schnell genug anzieht, um das neu verfügbare Angebot aus dem Nahen Osten zu absorbieren.

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