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OECD-Studie: Lücken bei Rückverfolgung kritischer Rohstoffe gefährden Lieferketten

Die OECD empfiehlt in einem neuen Bericht eine schrittweise Verbesserung der Rückverfolgbarkeit kritischer Rohstoffe wie Lithium und Nickel, um Lieferketten widerstandsfähiger zu machen – für Rohstoff-Anleger ein wichtiges Signal zur Transparenz in Minen-

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OECD-Studie: Lücken bei Rückverfolgung kritischer Rohstoffe gefährden Lieferketten

Die Nachverfolgung von strategisch bedeutsamen Rohstoffen wie Nickel und Lithium kann die Zuverlässigkeit und Transparenz von Lieferketten erhöhen. Dies legt ein aktuelles Papier der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nahe. Die weltweite Nachfrage nach diesen Materialien hat Rekordniveau erreicht, da sie für Verteidigungszwecke, technologische Anwendungen und die Energiewende als unverzichtbar gelten.

Allerdings steht die weltweite Investitionstätigkeit in die Exploration dieser Rohstoffe vor erheblichen Hürden. Sowohl operative Risiken als auch governance-bezogene Unsicherheiten bei Gewinnung und Verarbeitung behindern den Fortschritt. Die Erfassung der Herkunft von Mineralien, der Eigentumsverhältnisse an zentralen Förderrechten sowie des Materialflusses entlang der Wertschöpfungskette könnte dazu beitragen, diese Risiken zu kontrollieren und die Widerstandsfähigkeit der Versorgungswege zu erhöhen, so die OECD.

Zersplitterte Systeme als Problem

Die derzeit verfügbaren Instrumente zur Rückverfolgung kritischer Mineralien bleiben stark fragmentiert. Zahlreiche Systeme wurden unternehmensintern entwickelt, anstatt auf breit angelegten, branchenweit nutzbaren Standards zu basieren. Diese Zersplitterung kann verschleiern, wer letztlich die Verfügungsgewalt über wichtige Rohstoffvorkommen besitzt.

Dem Bericht zufolge weisen Händler die höchsten Quoten bei der Einführung von Tracking-Systemen auf, während Minenunternehmen die niedrigsten Implementierungsraten verzeichnen. Zudem sehen sich Firmen mit Kostenfragen und operativen Sorgen konfrontiert, die Vertraulichkeit, die Verhandlungsposition von Zulieferern sowie die Datenqualität betreffen.

Die Teilnehmer der OECD-Befragung nannten als vordringlichste Wünsche mehr regulatorische Einheitlichkeit sowie eine gemeinsame Datenarchitektur zwischen Staaten, Unternehmen und der Öffentlichkeit. Eine vollständige lückenlose End-to-End-Rückverfolgung sei zwar noch nicht gänzlich realisierbar, doch versuchten Unternehmen bereits jetzt, die Transparenz durch Lieferketten-Mappings, Audits und Mass-Balance-Ansätze zu steigern.

Rückverfolgbarkeit könne zudem dem Markenimage und dem Vertrauen der Kunden zugutekommen, auch wenn der Bericht einräumt, dass die konkreten kommerziellen Vorteile nur schwer bezifferbar sind.

Schwerpunkt auf Nickel und Lithium

Der OECD-Bericht legte seinen Fokus vor allem auf die Rückverfolgung von Nickel in Indonesien und auf den Philippinen. Ergänzend untersuchte er Lithium-Wertschöpfungsketten in Argentinien und Chile, um zu analysieren, wie die Nachverfolgung über unterschiedliche Rohstoffe und Rechtsräume hinweg funktioniert.

Lithium und Nickel gelten als strategisch bedeutsam und essenziell für die Energiewende, die Verteidigungsindustrie sowie diverse gewerbliche Nutzungen. Der Bericht stellte fest, dass die Nickel-Lieferkette in Indonesien und auf den Philippinen eine höhere Komplexität aufweist, da sie mit weitreichenden transnationalen Eigentumsstrukturen konfrontiert ist.

Bereits vorhandene Systeme wie das indonesische SIMBARA, die Anforderungen der London Metal Exchange für verantwortungsvolle Beschaffung, Nachhaltigkeitsinitiativen sowie lokale Audits könnten als Grundlage für mehr Transparenz dienen, heißt es in der Untersuchung.

Bei der Lithium-Beschaffung aus Argentinien und Chile kann eine verbesserte Offenlegung der Eigentumsverhältnisse dazu beitragen, die Geschäftstätigkeiten transparenter zu gestalten, insbesondere mit Blick auf die Präsenz ausländischer Akteure in den vorgelagerten Lieferketten. So ist die erhebliche Weiterverarbeitung von Lithium in diesen Ländern von China abhängig, wie aus bestehenden Handelsdaten und Zulieferer-Mappings hervorgeht. Die begrenzte Datenverfügbarkeit bleibt jedoch das größte Hindernis für die Rückverfolgung in diesen Staaten.

Gestaffeltes Vorgehen empfohlen

Die OECD schlägt die Umsetzung eines schrittweisen, risikoorientierten Ansatzes zur Verbesserung der Nachverfolgbarkeit vor, der kurz-, mittel- und langfristige Maßnahmen umfasst. Kurzfristig fordert die OECD die Regierungen auf, bereits existierende Instrumente stärker zu nutzen. Hierzu zählen Lieferketten-Mappings, Audit-Programme und bilaterale Rohstoffabkommen, die bereits heute zur Transparenzsteigerung beitragen.

Mittelfristig müssten Regierungen Datenlücken schließen und enger mit Händlern, Börsen und Schmelzereien kooperieren. Dies solle die Transparenz der Eigentumsverhältnisse vorantreiben und den Weg für die Einführung unabhängiger Mineralientests sowie die Erfassung recycelter Inhalte ebnen.

Langfristige Maßnahmen würden internationale Kooperationen erforderlich machen, um Rückverfolgungsdaten grenzüberschreitend auszutauschen und Standards für Batterien sowie verwandte Produkte zu harmonisieren.

Die OECD erklärte, dass die Zusammenarbeit zwischen Organisationen wie der G7 und der Internationalen Energieagentur (IEA) sowie Handelspartnern dabei helfen könne, diese Vorschläge in die Praxis umzusetzen. Bestehende Initiativen wie der G7-Aktionsplan für kritische Mineralien, die Roadmap zur Förderung standardbasierter Märkte, FORGE, RESourceEU und bilaterale Abkommen über kritische Rohstoffe könnten hierfür die nötigen Rahmenbedingungen liefern.

Mit all diesen Handlungsempfehlungen verfolgt die OECD das Ziel, ein globaleres und leichter zugängliches Rückverfolgungssystem zu etablieren, das die Entwicklung der Lieferkette für kritische Mineralien unterstützt.

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