Lithium Argentina bestätigt Ausbaupläne für Cauchari-Olaroz mit Stufenkonzept
Lithium Argentina hat die Machbarkeit seiner zweiten Ausbaustufe am Standort Cauchari-Olaroz bestätigt: 45.000 Tonnen zusätzliche Jahreskapazität, ein Kapitalwert von 3,1 Milliarden US-Dollar und eine interne Rendite von 28,5 Prozent. Die Finanzierung sol

Das an der kanadischen Börse TSX gelistete Unternehmen Lithium Argentina hat die wirtschaftliche Machbarkeit seines Expansionsvorhabens der zweiten Ausbaustufe am argentinischen Standort Cauchari-Olaroz bestätigt. Eine vorläufige Machbarkeitsuntersuchung (Scoping Study) für das Erweiterungsvorhaben sieht eine zusätzliche Jahreskapazität von 45.000 Tonnen Lithiumcarbonat vor. Daraus ergibt sich ein Kapitalwert nach Steuern von 3,1 Milliarden US-Dollar sowie eine interne Verzinsung von 28,5 Prozent – gerechnet auf der Grundlage eines Lithiumcarbonat-Preises von 18.000 US-Dollar je Tonne.
Für Anleger aus dem deutschsprachigen Raum ist dies ein deutlicher Beleg dafür, wie stark derartige Projektkalkulationen von der Preisentwicklung am Lithiummarkt abhängen. Der angesetzte Preis von 18.000 US-Dollar je Tonne liegt erheblich unter den Rekordwerten der zurückliegenden Jahre, was der Untersuchung einen konservativen Charakter verleiht. Das Zusammenspiel aus attraktiver interner Rendite und solidem Kapitalwert spricht für ein wirtschaftlich tragfähiges Vorhaben.
Parallel beschäftigt sich Lithium Argentina mit der Beschleunigung einer ersten Produktionssteigerung um 10.000 Tonnen jährlich innerhalb der geplanten Erweiterung auf 45.000 Tonnen pro Jahr. Zum Einsatz kommen soll dabei die Adsorptionstechnologie zur direkten Lithiumextraktion (DLE). Die erste Modulstufe ermöglicht eine zügige, schrittweise Hochskalierung der Fertigung und belegt die Leistungsfähigkeit der unternehmenseigenen Adsorptions-DLE-Technologie im industriellen Maßstab.
Gestaffelte Umsetzung mit definiertem Fahrplan
Der Anlauf der ersten Anlage ist für das Kalenderjahr 2028 vorgesehen. Diese zeitliche Flexibilität verschafft Lithium Argentina Spielraum, um die Verfahrenswahl anhand von Ausbeute, Investitionsbedarf, laufenden Kosten und Aspekten der Projektrealisierung weiter zu verfeinern. Zudem kann der Konzern auf die vorhandene Infrastruktur und die operative Plattform am Standort Cauchari-Olaroz zurückgreifen.
In der Summe wird das Erweiterungsprojekt der zweiten Stufe mit einem Investitionsvolumen von 1 Milliarde US-Dollar die Gesamtkapazität von Cauchari-Olaroz über eine prognostizierte Lebensdauer von 40 Jahren auf 85.000 Tonnen pro Jahr anheben – vorbehaltlich der behördlichen Freigaben. Der schrittweise Ansatz erlaubt es dem Unternehmen, Risiken zu verteilen und Kapital entsprechend dem tatsächlichen Bedarf einzusetzen.
Die Machbarkeitsuntersuchung bestätigt darüber hinaus ein konkurrenzfähiges Kostengerüst mit geschätzten Betriebsausgaben von 5.006 US-Dollar je Tonne Lithiumcarbonat. Gestützt wird dieses Niveau durch verbesserte Prozessausbeuten sowie Synergieeffekte aus Brownfield-Maßnahmen. Brownfield bedeutet hier, dass auf bereits erschlossenen Arealen aufgebaut wird – ein deutlicher Kostenvorteil gegenüber kompletten Neuerschließungen auf der grünen Wiese.
Mittelherkunft aus laufendem Geschäft und Kreditlinien
Die Finanzierung der zweiten Ausbaustufe will Lithium Argentina über selbst erwirtschaftete Cashflows sowie über projektgebundene Fremdmittel sicherstellen. Dabei soll auf die Ertragskraft des bestehenden Betriebs gesetzt werden. Das Unternehmen bestätigt zudem, dass bereits frühe Bauarbeiten angelaufen sind, darunter die Erschließung weiterer Soleförderbrunnen. Diese sollen sowohl die umfangreichere Erweiterung der zweiten Stufe als auch die erste Ausbaustufe versorgen.
Konkrete Angaben zu den Investitionsausgaben für die Anfangsphase werden voraussichtlich nach Abschluss der detaillierten Ingenieurplanung im späteren Verlauf dieses Jahres vorliegen. Zeitgleich arbeitet Lithium Argentina an der Festlegung seines Investitionsbudgets für das Jahr 2027.
Für den hiesigen Markt ist die Meldung von Bedeutung, da Lithiumcarbonat als Schlüsselrohstoff für die Batteriefertigung und damit für die Elektromobilität gilt. Argentinien zählt neben Chile und Australien zu den bedeutendsten Förderregionen der Welt. Eine Kapazitätsausweitung dieses Umfangs könnte auf lange Sicht die Versorgungssicherheit stärken – sofern die Genehmigungsverfahren erfolgreich abgeschlossen werden und sich die Preislage am Markt stabil entwickelt.
