Kanada fördert Prairie Lithium mit 6,3 Millionen Dollar für DLE-Projekt
Die kanadische Regierung fördert Prairie Lithium mit 6,3 Millionen C$ für das DLE-Projekt in Saskatchewan. Das Unternehmen plant als erster Produzent die kommerzielle Lithiumgewinnung aus Ölfeldsole ab dem vierten Quartal und profitiert von tilgungsfreien

Die Regierung in Ottawa hat dem an der Börse in Sydney notierten Unternehmen Prairie Lithium einen Förderbetrag von 6,3 Millionen kanadischen Dollar (C$) für dessen Vorhaben in Saskatchewan zugesagt. Die Mittel sind für die Phase-1-Produktion vorgesehen, konkret für die sogenannten Balance-of-Plant-Systeme, die im kommerziellen Maßstab für die direkte Lithiumextraktion (DLE) benötigt werden. Abgewickelt wird die Zuwendung über das „Business Scale-up and Productivity Programme“ (BSP), das von der Wirtschaftsförderungsbehörde Prairies Economic Development Canada gesteuert wird.
Prairie Lithium möchte als erster kanadischer Produzent von Lithium aus Ölfeldsole in den kommerziellen Betrieb gehen. Der Start der Lithiumsole-Gewinnung ist für das vierte Quartal des laufenden Jahres geplant. Damit kommt das Unternehmen der Vermarktung eines Rohstoffprojekts näher, das sich grundlegend von klassischen Hartgestein-Minen unterscheidet.
Das BSP-Programm richtet sich an stark wachsende Unternehmen, die ihre Produktivität steigern sowie Technologien hochskalieren und zur Marktreife führen wollen. Für Prairie Lithium ergibt sich daraus ein entscheidender finanzieller Vorteil: Die rückzahlungsfreie Phase erstreckt sich bis 2029, erst dann beginnen die tilgungsfreien Rückzahlungen. Dies verschafft dem Unternehmen während der kritischen Aufbauphase einen wichtigen finanziellen Spielraum.
Technisches Verfahren und Produktionsumfang
Laut Unternehmensangaben will Prairie Lithium schrittweise die Vorbehandlungsstufe, die DLE-Anlage (Direct Lithium Extraction) und ein System zur Anreicherung von Lithiumchlorid in Betrieb nehmen, sobald die kommerzielle Förderung aus der Ölbohrung gestartet ist. Diese modulare Strategie soll den Anlagenhochlauf absichern.
In der ersten Projektphase ist eine Jahresproduktion von 150 Tonnen Lithiumcarbonat-Äquivalent in Form von Lithiumchlorid vorgesehen. Diese Menge ist über einen Abnahmevertrag mit Hydro Lithium bereits verkauft. Ein solches Offtake-Abkommen gibt dem Hersteller Kalkulationssicherheit, denn der Absatz der künftigen Produktion steht vorab fest.
Die direkte Lithiumextraktion aus Ölfeldsole zählt zu den noch jungen Verfahren. Statt Erz zu fördern, wird das lithiumhaltige Wasser aus vorhandenen Öl- und Gasfeldern genutzt. In Regionen mit einer langjährigen Erdöl- und Erdgasindustrie wie Saskatchewan eröffnet dies die Chance, bestehende Bohrungen und Infrastrukturen für die Lithiumgewinnung zu nutzen.
Management betont Standortvorteile
Die Unternehmensspitze hebt die Bedeutung der staatlichen Fördermittel für die Projektdynamik hervor. „Saskatchewan beherbergt die Lithiumsole mit der höchsten Konzentration in Kanada, und wir freuen uns über die bedeutende und fortlaufende Unterstützung der Bundesregierung für die Entwicklung einer wichtigen Industrie in Saskatchewan“, sagt Paul Lloyd, Executive Chairman von Prairie Lithium.
Lloyd blickt zudem auf ein ereignisreiches Baujahr zurück: „Mit gesicherter Finanzierung und Offtake-Abkommen blicken wir auf ein sehr arbeitsreiches Baujahr zurück, während wir unser Projekt in die Produktionsphase vorantreiben und zur Entwicklung der kanadischen Lithiumindustrie beitragen“, so der Manager.
Für Rohstoff-Anleger in Deutschland ist dieser Schritt vor allem ein Zeichen dafür, dass staatliche Unterstützung und unternehmerischer Fortschritt bei kanadischen Lithiumprojekten Hand in Hand gehen. Kanada versucht auf diese Weise, seine Position in der globalen Batterierohstoff-Lieferkette zu stärken. Prairie Lithium ist an der australischen ASX gelistet, sodass deutsche Privatanleger die Aktie in der Regel über entsprechende Handelsplätze beziehen müssen. Ob und wann das Unternehmen die für das vierte Quartal angekündigte Erstproduktion tatsächlich erreicht, ist der entscheidende Meilenstein, an dem sich der weitere Projektverlauf messen lassen muss.
