Liontown hebt Investitionsbudget 2027 nach Lithium-Ausbau um 35 Prozent an
Liontown Resources hat die Kapitalkostenprognose für 2027 nach Genehmigung einer 389-Millionen-A$-Erweiterung der Kathleen-Valley-Mine um 35 Prozent angehoben, während die Produktionsziele für 2027 unverändert bleiben und die zusätzlichen Kapazitäten erst

Liontown Resources hat am Mittwoch grünes Licht für eine Erweiterung seiner Vorzeigemine Kathleen Valley in Westaustralien gegeben. Das Volumen der Ausbaustufe beläuft sich auf 389 Millionen Australische Dollar (umgerechnet rund 271,68 Millionen US-Dollar). In der Folge korrigierte der Lithiumförderer seine Kapitalaufwandsprognose für das Fiskaljahr 2027 um etwa 35 Prozent nach oben. Der in Perth ansässige Konzern setzt nun für die gesamten Investitionskosten im Jahr 2027 eine Spanne von 435 bis 495 Millionen Australischen Dollar an, nachdem zuvor 320 bis 370 Millionen Australische Dollar veranschlagt waren.
Die Anpassung geht auf die Expansionsinvestitionen zurück, die mit der endgültigen Investitionsentscheidung (Final Investment Decision, FID) für das Projekt genehmigt wurden. Wie das Unternehmen mitteilte, entfallen auf die Erweiterung von Kathleen Valley zwischen 175 und 195 Millionen Australische Dollar, die für das Geschäftsjahr 2027 eingeplant sind. Somit ist die finale Investitionsentscheidung der wesentliche Faktor für den erhöhten Mitteleinsatz.
Jahresproduktion von 780.000 Tonnen ab 2030 angestrebt
Durch den Ausbau soll die durchschnittliche Fördermenge an Spodumenkonzentrat ab dem Fiskaljahr 2030 auf rund 780.000 Trockenmetertonnen (dmt) jährlich steigen. Spodumenkonzentrat dient als wesentlicher Vorstoff für die Herstellung von Lithiumcarbonat und Lithiumhydroxid, die wiederum in Batterien für Elektroautos und stationäre Energiespeicher verbaut werden. Mit der Kapazitätsausweitung stärkt Liontown seine Position in einem Marktsegment, das maßgeblich von der weltweiten Nachfrage nach Batterierohstoffen getrieben wird.
Trotz der gestiegenen Investitionssumme hielt der Bergbaukonzern an seiner Produktionsprognose für Spodumenkonzentrat für 2027 fest. Sie liegt unverändert zwischen 390.000 und 440.000 dmt. Die kurzfristige Förderleistung bleibt von der Expansionsentscheidung also zunächst unberührt, da die zusätzlichen Kapazitäten erst ab dem Geschäftsjahr 2030 wirksam werden sollen.
Der Ausbau knüpft an die jüngsten Aktivitäten des Minenunternehmens an, seinen Lithium-Fußabdruck auszuweiten. Dazu zählte auch die Übernahme des argentinischen Centenario-Projekts von Next Lithium Anfang September. Mit diesem Schritt weitete Liontown seine Tätigkeit über Australien hinaus auf den südamerikanischen Lithium-Dreieck-Raum aus – eine Region, die zu den weltweit bedeutendsten Fördergebieten für Lithiumsole gehört.
Bewertung aus Anlegersicht
Für Rohstoff-Investoren stellt die Anhebung der Capex-Prognose ein ambivalentes Signal dar. Einerseits unterstreicht die bewilligte Expansion das langfristige Wachstumspotenzial des Kathleen-Valley-Projekts und die Erwartung steigender Produktionsmengen ab 2030. Andererseits bedeutet der höhere Kapitaleinsatz kurzfristig einen erhöhten Finanzbedarf, der die Budgetplanung und den freien Cashflow des Unternehmens belasten kann. Die unveränderte Produktionsvorschau für 2027 deutet darauf hin, dass die Mehrausgaben zunächst nicht in eine schnellere kurzfristige Förderung münden.
Der Lithiummarkt bleibt von schwankenden Preisen geprägt, die stark von der Nachfrage aus der Elektromobilität und dem Speichersektor abhängen. Projekte wie Kathleen Valley werden daher von Anlegern besonders hinsichtlich ihrer Kostenstruktur und ihrer Ertragsfähigkeit in unterschiedlichen Preisszenarien beäugt. Liontown positioniert sich mit der Expansion und dem Argentinien-Zukauf als Unternehmen, das auf ein langfristig wachsendes Lithiumangebot setzt.
